Feuerwehr braucht Puppe zum Wiederbeleben

Die 
Fördervereine der Feuerwehren in der Samtgemeinde Sickte bitten um Unterstützung.

Die Kameraden und Kameradinnen der First-Responder-Einheiten im Wiederbelebungs-Training – noch mangelt es an einer richtigen Übungspuppe
Die Kameraden und Kameradinnen der First-Responder-Einheiten im Wiederbelebungs-Training – noch mangelt es an einer richtigen Übungspuppe Foto: Freiwillige Feuerwehren Samtgemeinde Sickte

Sickte. Bereits seit 2015 betreiben fünf Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Sickte – Dettum, Evessen, Sickte, Erkerode und Volzum – in enger Zusammenarbeit mit dem DRK-Rettungsdienst und Klinikum Wolfenbüttel eine sogenannte First-Responder-Einheit zur schnellen medizinischen Erstversorgung im ländlichen Raum. Für die Ausbildung wird aktuell eine neue Übungspuppe benötigt. In einer Pressemitteilung bitten die Fördervereine der Feuerwehren in der Samtgemeinde um Spenden.



Zu jedem dringlichen Notarzteinsatz – besonders bei akuten Herz-Kreislauf-Vorfällen und zur Wiederbelebung – kann durch die First-Responder-Einheit schnelle, qualifizierte und direkt bereits im Ort befindliche Hilfe aktiviert werden, um die noch teils sehr langen Anfahrtswege von Rettungsmitteln des Rettungsdienstes im ländlichen Raum zu überbrücken. Ziel ist es, das therapiefreie Intervall zwischen Notfallereigniseintritt bis zum Eintreffen des ersten Einsatzmittels möglichst kurz zu halten.

Besondere Schulung nötig


Besonders bei der Reanimation („Wiederbelebung“) und im Falle von kreislaufblockierenden Herzrhythmusstörungen (zum Beispiel Herzkammerflimmern) bei Patienten könne das schnelle Eingreifen der örtlichen Feuerwehreinheiten durch adäquate Maßnahmen Leben retten. Hierfür seien alle Einheiten mit einem medizinischen Notfallrucksack und einem Defibrillator ausgestattet. Darüber hinaus seien die Kameraden und Kameradinnen gesondert geschult.

„Sinnvoll ist der Betrieb durch die ansässigen Feuerwehren aufgrund der Alarmierungsmöglichkeit durch die Rettungsleitstelle per Notruf 112. Viele wissen jedoch nicht, dass dies keine Pflichtaufgabe der kommunalen Feuerwehr ist und komplett eigenfinanziert werden muss“, berichtet Leon Fischer, Einheitsführer aus Volzum. „Die zugehörigen Fördervereine der Wehren verwalten und finanzieren diese Spezialaufgabe vollständig in Eigenregie – es gibt keine Möglichkeiten zur Abrechnung mit Krankenkassen“, ergänzt Dirk Bremer, Ortsbrandmeister von Dettum.

Leihpuppen nicht mehr möglich


Die Vereine tragen alle Kosten für Beschaffungen (zum Beispiel Verbrauchsmaterial und Defibrillator), Aus- und Weiterbildung. Letztere soll ab nächstem Jahr als ortsübergreifende Stationsarbeit ausgestaltet werden. Hierfür ist jedoch eine Wiederbelebungspuppe notwendig, die gleichzeitig auch die Möglichkeit zur Atemwegssicherung bietet. Kostenpunkt: zirka 5.000 Euro. Bremer berichtet, dass bisher hier und da immer mal eine Puppe ausgeliehen werden konnte, doch seit neuen Hygieneauflagen im Zuge des Coronavirus ist dies so gut wie nicht mehr möglich.

Medizintechnik ist teuer, ergänzt Fischer, erst vor kurzem mussten die Vereine eine Neubeschaffung von fünf Defibrillatoren mit einem Beschaffungsvolumen von über 10.000 Euro stemmen. Daher richten sich die Vereine bei der Anschaffung der Übungspuppe nun mit einem Spendenaufruf an alle Bürgerinnen und Bürger: Schnelle Hilfe bei medizinischen Notfällen sei wichtig, durch die Arbeit der First-Responder-Einheiten konnten bereits und können auch noch viele weitere Leben gerettet werden – hierfür werde aber Unterstützung benötigt.

Wie können Sie helfen?


Projektspenden können per Lastschrift, PayPal, Kreditkarte oder per Direktüberweisung unter www.betterplace.org/p115156 oder direkt an die IBAN DE55 2699 1066 1889 7290 00 (Förderverein Feuerwehr Volzum) mit dem Vermerk „Übungspuppe“ gesendet werden. Bei Rückfragen stehen die Vereine per E-Mail unter foerderverein.fwvolzum@gmx.de zur Verfügung.


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