Gifhorn. Die Fliegerstaffel der Bundespolizei in Gifhorn wird seit dem vergangenen Herbst umfassend erweitert. Auch neue Hubschrauber sollen künftig an den Standort ziehen. regionalHeute.de hat bei der Bundespolizeidirektion 11 nachgefragt, wie die Maßnahmen laufen.
Die Bundespolizei-Fliegerstaffel Gifhorn zählt zu den bundesweit sechs Hauptstaffeln und ist dabei die einzige in ganz Niedersachsen. Seit dem Herbst 2025 wird der Standort nun umfassend erweitert. Wie die Bundespolizeidirektion 11 auf unsere Anfrage schildert, werden im Rahmen der Erweiterung eine Abstellhalle, eine Werft für die Hubschrauberwartung inklusive der dazugehörigen Lager- und Werkstatträume sowie eine Waschhalle für Hubschrauber gebaut. Hinzu kommen Funktions- und Büroräume sowie Garagen für die Dienstfahrzeuge. Im Außenbereich wird außerdem das Vorfeld erweitert. Bei den Baumaßnahmen wurde auch an die Anwohner in der unmittelbaren Umgebung gedacht: Insgesamt sei der Kubus des Neubaus so angelegt, dass die Anwohner bestmöglich vor dem Hubschrauberlärm geschützt werden.
So ist der aktuelle Stand
Aktuell neigen sich die Abrissarbeiten für die Schaffung des Baufeldes für den Neubau dem Ende entgegen, wie die Bundespolizeidirektion 11 weiter schildert. Hierbei mussten vor allem Garagengebäude abgerissen werden. Der Beginn des Hochbaus sei für Mitte September 2026 geplant, der Neubau soll schließlich zum Ende des 2. Quartals 2030 an die Bundespolizei übergeben werden. Das Projektkostenziel sei mit gut 90 Millionen Euro beziffert.
Neue Hubschrauber im Anflug
Bereits im Jahr 2024 hatte das Bundesinnenministerium den europäischen Hubschrauberkonzern Airbus Helicopters beauftragt, bis zu 44 Transporthubschrauber vom Typ H225 Super Puma für die Bundespolizei zu liefern. Einige davon sollen auch am Standort Gifhorn stationiert werden. Wie es damals in einer Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern hieß, seien die neuen Hubschrauber mit modernster Technologie ausgestattet und sollen es der Bundespolizei ermöglichen, effektiver zu operieren und flexibler auf die unterschiedlichsten Einsatzanforderungen zu reagieren.
Mehr Reichweite und Nutzlast
Die neuen Hubschrauber sollen die bisherige Flotte, bestehend aus 19 EC 155 und 19 AS 332 Super Pumas, die im Schnitt seit 30 Jahren im Einsatz sind, dabei schrittweise ersetzen. Die Anschaffung der neuen Hubschrauber bedeute einen Fähigkeitsgewinn hinsichtlich der Reichweite und der Nutzlast. Verschiedenste Kabinenvariationen und extra dafür angepasste Kommunikationsmöglichkeiten sollen den Einsatzkräften der Bundespolizei künftig mehr Möglichkeiten und Flexibilität geben, um Kräfte schnell zu verlegen und einzusetzen.
Bis es endgültig zur Auslieferung kommt, dauert es allerdings noch etwas: Wie es seitens des Bundesministeriums vor zwei Jahren hieß, werde die Auslieferung des ersten Hubschraubers bis Ende 2029 angestrebt. Die Lieferungen sollen sich dann bis in das Jahr 2035 erstrecken.

