Für Cloud und KI: Im Kreis Wolfenbüttel entsteht ein Großrechenzentrum

Es soll die Leistung erbracht werden, die auch für KI-Gigafactory-Rechenzentren benötigt wird. Zwei zentrale Meilensteine sind jetzt erreicht.

Landrätin Christiana Steinbrügge, Bürgermeister Martin Schulze, Dr. Claudius Schiller (Wirtschaftsförderung Landkreis Wolfenbüttel GmbH), Christian Vorwerck (gdd Green Datacenter Development GmbH & Co. KG) und Flächeneigentümer Landwirt Clemens von König am Standort in Beuchte.
Landrätin Christiana Steinbrügge, Bürgermeister Martin Schulze, Dr. Claudius Schiller (Wirtschaftsförderung Landkreis Wolfenbüttel GmbH), Christian Vorwerck (gdd Green Datacenter Development GmbH & Co. KG) und Flächeneigentümer Landwirt Clemens von König am Standort in Beuchte. | Foto: gdd

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Schladen. In Beuchte wird ein Standort für ein Großrechenzentrum mit rund 200 Megawatt geplanter Anschlussleistung entwickelt. Die dafür notwendigen Planungen sind inzwischen zu einem großen Teil abgeschlossen. Zwei zentrale Meilensteine sind erreicht: ein einstimmiger Aufstellungsbeschluss der Gemeinde Schladen-Werla und die bestätigte Reservierung der Netzanschlusskapazitäten. Das berichtet die Green Datacenter Development GmbH & Co. KG (gdd) in einer Pressemitteilung.



Die von der gdd entwickelte, über 140.000 Quadratmeter große Fläche biete Potenzial für ein Großrechenzentrum für Cloud- und KI-Anwendungen. Konzeptionell verbinde der Standort drei Bausteine: digitale Infrastruktur, erneuerbare Energie aus der Region und die Nutzung der entstehenden Abwärme. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme soll sukzessive in Ausbaustufen erfolgen. Mit der Inbetriebnahme erster Ausbaustufen rechne man nach aktuellem Planungsstand 2030/31.

Standort mit strategischer Bedeutung


Mit seiner geplanten Größenordnung stehe der Rechenzentrumsstandort in Schladen-Werla für eine neue Generation digitaler Infrastruktur in Deutschland. Künftig könne dort Rechenleistung für Cloud- und KI-Anwendungen bereitgestellt werden – ein Beitrag zur Datensouveränität im europäischen Raum und zur Wettbewerbsfähigkeit des Technologiestandorts Deutschland, so das Unternehmen aus Cremlingen.

Damit greife das Projekt zentrale Ziele der Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung auf: den Ausbau von KI- und Cloud-Kapazitäten zu ermöglichen sowie Rechenzentren, Energieeffizienz und Abwärmenutzung stärker miteinander zu verbinden.

Reservierung der Stromkapazitäten


Seit 2025 laufen Planungen, Abstimmungen mit Gemeinde, Landesebene sowie Energie- und Infrastrukturpartnern und Prüfungen zur Umweltverträglichkeit. Mitte April 2026 wurde der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan durch die Gemeinde einstimmig gefasst. Anfang September bestätigte der zuständige Netzbetreiber die Reservierung der geplanten Stromkapazitäten, berichtet gdd.

"Der Bedarf an leistungsfähiger Recheninfrastruktur wächst rasant. Standorte wie Schladen-Werla ermöglichen genau die Rechenzentrumsleistung, die auch für KI-Gigafactory-Rechenzentren benötigt wird", erläutert Christian Vorwerck, Geschäftsführer gdd die Hintergründe.

Erneuerbare Energie und Abwärme


Im lokalen Umfeld befinden sich Wind- und Solarparks, die in das Standort- und Energiekonzept des Rechenzentrums eingebunden werden sollen. Die konkrete Ausgestaltung hänge unter anderem von der späteren Betriebsstruktur ab. Auch die Nutzung der im Betrieb entstehenden Abwärme soll weiter geprüft und für die Gemeinde vor Ort verfügbar gemacht werden. "Wichtig ist dabei, Rechenleistung, Energieverfügbarkeit und regionale Energiepotenziale aus erneuerbaren Quellen sowie Abwärmenutzung von Beginn an gemeinsam zu denken", so Vorwerck.

"Wir freuen uns über den raschen Fortschritt der Planungen. Für die Gemeinde Schladen-Werla eröffnet der Standort die Chance, neue Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung sowie eine Perspektive für kostengünstige Wärmenutzung miteinander zu verbinden. Zugleich kann das Vorhaben unsere Gemeinde als Standort für moderne Infrastruktur sichtbar machen und neue Impulse für Gewerbe, regionale Entwicklung und Zukunftstechnologien setzen", betont Martin Schulze, Bürgermeister der Gemeinde Schladen-Werla.

Und Dr. Claudius Schiller, Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Landkreis Wolfenbüttel GmbH, ergänzt: "Mit dem Vorhaben in Schladen-Werla geben wir eine Richtung vor: Wir verbinden digitale Infrastruktur mit unseren regionalen erneuerbaren Energieprojekten und entwickeln so wettbewerbsfähige Gewerbestandorte, die überregionale Aufmerksamkeit erlangen. Damit schaffen wir neue Perspektiven für wirtschaftliche Entwicklung, Wertschöpfung und Beschäftigung in zukunftsorientierten Branchen. So gestalten wir den Strukturwandel aktiv und nutzen die Chancen der Transformation für unseren ländlichen Raum."

So geht es weiter


Als nächste Schritte folgen die weitere Bauleitplanung und die technische Konkretisierung von Betriebsmodellen mit zukünftigen Betreibern. Damit einher gehen Konzepte zur Kühlung, zur Abwärmenutzung und insbesondere zur Anbindung regional vor Ort erzeugter erneuerbarer Energie.

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