Region. Eine gute Schulbildung ist das Fundament für den weiteren Lebensweg und bestimmt über spätere Karrieremöglichkeiten. Bereits seit 26 Jahren wird daher die PISA-Studie der OECD durchgeführt, um die Kompetenzen 15-jähriger Schüler aus insgesamt 91 Staaten und Volkswirtschaften zu messen. In Deutschland nahmen 6 659 Schüler in 246 Schulen stellvertretend für etwa 717.900 15-jährige Schüler an den Tests teil. Nun wurden die Ergebnisse der Studie 2025 vorgestellt – und diese zeichnen ein erschreckendes Bild.
Im Fokus der Bildungsstudie stehen die Kompetenzbereiche Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften. In der Erhebungsrunde 2025 wurde zusätzlich noch die Kompetenz Fremdsprachen untersucht. Die diesjährigen Ergebnisse zeigen dabei für Deutschland einen historischen Tiefstand: Zwar liegt unser Land im OECD-Durchschnitt und sogar leicht über dem EU-Schnitt, ist im Vergleich zu den Vorjahren aber massiv abgestürzt. Die Leistungen der 15-Jährigen sind in allen drei Kernbereichen auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebungen gefallen. Besonders große Defizite offenbaren sich bei den Basiskompetenzen wie einfachen finanziellen Entscheidungen oder das Verstehen eines behördlichen Schreibens.
Status bestimmt über Bildung
Und die PISA-Studie 2025 zeigt noch mehr: In Deutschland hängt der Bildungserfolg von Kindern vom sozialen Status der Eltern ab wie in kaum einem anderen OECD-Land. Als Gründe für den Negativtrend bei den Ergebnissen führen die Experten neben einem veränderten Medien- und Leseverhalten auch mangelnde Integration und Sprachförderung sowie die Qualität des Unterrichts an.
Stärkere Entlastung für Schulen gefordert
„Wir haben nach 25 Jahren PISA kein Erkenntnisproblem mehr, sondern ein Umsetzungsproblem“, erklärt Torsten Neumann, Landesvorsitzender des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL). „Unsere Schülerinnen und Schüler sind nicht plötzlich weniger leistungsfähig geworden. Entscheidend ist, ob Schulen noch die Bedingungen haben, unter denen erfolgreiches Lernen möglich ist.“ Schulen müssten aus Sicht des Verbandes stärker entlastet werden, zudem müsse der Fokus verstärkt auf die Grundlagen gelegt werden, anstatt neue pädagogische Großreformen zu erwägen.
Der VNL fordere zusätzlich eine bessere Unterrichtsversorgung, eine frühere und verbindliche Sprachförderung, multiprofessionelle Teams zur Entlastung der Lehrkräfte, sowie weniger Bürokratie und mehr Zeit für Unterricht.

