Hürden beim Stadtlauf: Verwaltung soll einspringen

Seit 1986 findet in Wolfenbüttel alljährlich der Stadtlauf statt und hat sich zu einer echten Traditionsveranstaltung entwickelt. Doch die Veranstalter stehen vor zunehmenden Herausforderungen.

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Archivbild. | Foto: Frank Vollmer

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Wolfenbüttel. Seit mittlerweile 40 Jahren findet der Stadtlauf in Wolfenbüttel statt. Die Veranstaltung zählt jedes Jahr zu den sportlichen Highlights und erfreut sich steigender Beliebtheit. Doch den Veranstalter – den MTV Wolfenbüttel – stellt die Organisation auch zunehmend vor Herausforderungen. Nun möchte die Stadtverwaltung dem Verein unter die Arme greifen.



Wie einem Beschlussvorschlag der Verwaltung zu entnehmen ist, hatten Vertreter des MTV Wolfenbüttel Anfang März in der Sitzung des Ausschusses für Sport und Freizeit auf die zunehmend schwierigeren Rahmenbedingungen bei der Vorbereitung und Durchführung des
Stadtlaufs hingewiesen. Der logistische Aufwand, die Erfüllung der rechtlichen Maßgaben, steigende Kosten in verschiedenen Bereichen, die Einwerbung von Sponsoren sowie die Bereitstellung einer ausreichenden Anzahl von Personen am Veranstaltungstag würden in zunehmendem Maße Herausforderungen darstellen, die seitens des Vereins kaum noch bewältigbar seien. Hinzu komme, dass die Veranstaltung finanziell im besten Fall eine „schwarze Null“ ergebe und somit stets das Risiko eines verbleibenden Defizits im Vereinshaushalt drohe.


Stärkere Unterstützung benötigt


Vor diesem Hintergrund hätten die Vereinsvertreter des MTV Wolfenbüttel um eine stärkere Unterstützung, auch und insbesondere durch die Stadt Wolfenbüttel, gebeten, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Stadtlauf in diesem und den kommenden Jahren als renommierte Sportveranstaltung in Wolfenbüttel fortgesetzt wird.


So war es bisher


Die Verwaltung schlägt in ihrer Beschlussvorlage nun eine zielgerichtetere Ausführung der bisherigen städtischen Unterstützung vor. Zudem solle die Rolle der Stadt als Kooperationspartnerin des Vereins noch stärker in den Vordergrund gestellt werden. Konkret soll die bisherige städtische Förderung des Stadtlaufs in finanzieller und logistischer Hinsicht angepasst werden. Bislang erhielt der MTV Wolfenbüttel von der Stadt jährlich eine finanzielle Unterstützung, deren Höhe sich an den Gesamtkosten des „Stadtlaufs“ orientierte – der Auszahlungsbetrag erfolgte im Nachgang zu der Veranstaltung und erfüllte bislang den Zweck eines Defizitausgleichs. Im Jahr 2025 wurden dem Verein demnach auf dieser Grundlage Sportfördermittel in Höhe von 9.587 Euro ausgezahlt.


Zuschuss statt Ausgleich


Die Verwaltung regt nun an, das vorgenannte Modell eines Defizitausgleichs in ein Zuschussmodell umzuwandeln und den städtischen Beitrag "maßvoll" zu erhöhen. Konkret wird ein „fester“ Zuschuss, den der MTV Wolfenbüttel für die Vorbereitung und die Durchführung des Stadtlaufs erhält, vorgeschlagen, der mit einer Höhe von 12.000 Euro etwas höher angesetzt wird als die in den Vorjahren zugunsten des Defizitausgleichs ausgezahlten Summen. Diese Finanzmittel könnten 2026 aus dem laufenden Haushalt zur Verfügung gestellt werden. Im Hinblick auf das Fördermoratorium der Agenda 2030 würde die vorgenannte Zuschussgewährung ebenfalls aus den Sportfördermitteln in den kommenden Haushaltsjahren getragen. Eine Erhöhung der Gesamtsumme sei mit Blick auf die gebotene Konsolidierung des städtischen Haushalts im Bereich der Sportförderung nicht vorgesehen.


Unterstützung bei Sicherheitsanforderungen


Der zweite Aspekt, bei dem sich die Stadt laut der Beschlussvorlage stärker als bisher einbringen könnte, sei die Umsetzung der für den „Stadtlauf“ erforderlichen Sicherheitsanforderungen, insbesondere bei der Planung und Realisierung der verkehrslenkenden Maßnahmen. Die Verwaltung schlägt vor, dass die Stadt als Kooperationspartner künftig Straßensperrungen und weitere verkehrslenkende Maßnahmen übernehmen und den Verein dadurch entlasten soll. Die administrativen Kosten im Antrags- und Genehmigungsverfahren, die Aufstellung der Verkehrsschilder und die Bereitstellung der Absperrelemente könnten sodann künftig von städtischer Seite gewährleistet werden. Die Mehrkosten für die Initiative dieser Maßnahmen prognostiziert die Verwaltung auf etwa 3.200 Euro jährlich. Auch diese Finanzmittel sollen aus dem laufenden Haushalt gewährt werden. Sie würden allerdings keine Mehrkosten darstellen, da diese Beträge in den vergangenen Jahren Teil des von der Stadt Wolfenbüttel geleisteten Defizitausgleichs gewesen seien.

Auch bei der Gewinnung Ehrenamtlicher solle die Stadt in Zukunft Unterstützung leisten. Die Beschlussvorlage wurde bereits im Ausschuss für Sport und Freizeit sowie im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen beraten. Am 8. Juni soll dann der Beschluss im Verwaltungsausschuss erfolgen.