Optimierungsbedarf: Stadtbus-Netz soll überarbeitet werden

Mehr Effizienz, bessere Anschlüsse und neue Routen: Die Stadt Wolfenbüttel plant Anpassungen im Stadtbusverkehr.

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Symbolbild | Foto: Axel Otto

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Wolfenbüttel. Die Stadtverwaltung Wolfenbüttel hat das Stadtbuskonzept umfassend evaluieren lassen. Erste Ergebnisse wurden bereits während eines Rathausdialogs Anfang des Jahres vorgestellt. Nun soll auch die Politik über die Ergebnisse und etwaige Anpassungen informiert werden.



Dem Ausschuss für Bau, Stadtentwicklung und Umwelt wurde nun eine umfangreiche Vorlage zur Kenntnisnahme vorgelegt. Darin führt die Verwaltung die Ergebnisse der durch ein extern beauftragtes Planungsbüro durchgeführten und Ende 2024 abgeschlossenen Evaluation auf. Zusammengenommen könne man sagen, dass das Stadtbuskonzept gut funktioniere, einige Schwachstellen aber noch ausgebügelt werden müssten.

Vermeidung von Verfrühungen


Optimierungspotentiale bestehen laut Verwaltung insbesondere bei der Vermeidung von Verfrühungen, die aktuell vereinzelt – vor allem in den Abendstunden – auftreten, der Verbesserung von Anschlüssen zum Schienenverkehr, insbesondere durch ein Hinwirken auf einen echten 30-Minuten-Takt im Schienenpersonennahverkehr von und nach Braunschweig, der gezielten Optimierung einzelner Fahrten und Linienabschnitte sowie der stärkeren Integration von regionalen Busverkehren. Um hier nachjustieren zu können, legt die Verwaltung drei verschiedene Szenarien vor.

Szenario 1


Szenario 1 sieht eine punktuelle Feinjustierung im bestehenden Netz vor. Hierzu gehört eine veränderte Linienführung der 793 in Salzdahlum über den Weißen Weg zur reaktivierten Haltestelle Sportplatz, um das dortige Neubaugebiet anzubinden. In Linden-Süd soll die 793 künftig über die Straßen Im Pfarrkamp, In den Lindendöhren und Am Meyenberg geführt werden. Zudem werden in Linden die Haltestellen Bahnübergang West, Bahnübergang Ost und Wiesenstraße zur neuen Haltestelle Böttcherweg zusammengelegt, welche dann auch von den Linien 751 und 752 bedient wird.

Für Ahlum (Linie 796) sind zusätzliche Abendfahrten bei gleichzeitigem Wegfall des Anruf-Linien-Taxis an Wochentagen geplant. Zur Anbindung des Gewerbegebietes West werden zwei Varianten geprüft: Variante 5A beinhaltet die Verlängerung der 797 über die Adersheimer Straße und Heinrich-Eberhardt-Straße, während Variante 5B die Verlegung der Regionallinie 630 durch das Gewerbegebiet sowie eine Verlängerung der 797 bis Am Pfingstanger vorsieht. Am Bahnhof wird die Abfahrt der 791 um zwei Minuten verschoben, um den Umstieg von den Zügen aus Braunschweig zu sichern. Zuletzt wird die 795 vom Kornmarkt zum Bahnhof verlängert, um Linden besser an den Schienenverkehr anzubinden – eine Maßnahme, die allerdings nur in diesem ersten Szenario Bestand hat.

Szenario 2


Szenario 2 beinhaltet die ersten sechs Maßnahmen des Vorstufen-Szenarios und ergänzt diese um strukturelle Netzänderungen. So wird der frühere Linienweg-Tausch der 793 und 795 in Linden rückgängig gemacht, sodass die Route nach Linden-Süd wieder über die Lange Straße und zum Schulzentrum Cranachstraße über den Grünen Platz verläuft. Für die Anbindung der südlichen Neubaugebiete in Fümmelse wird die Linie über den Thieder Weg, Im Kleinen Feld und die Drehstraße geführt.

Hierbei stehen zwei Haltestellen-Varianten im Raum: Variante A erhält die zentrale Haltestelle Ortsmitte und ergänzt drei neue Haltepunkte, wohingegen Variante B die Ortsmitte aufgibt, dafür aber durch geschickte Neuplatzierungen die westlichen Wohngebiete besser erschließt. Um den Betrieb effizienter zu gestalten, werden zudem die Linienäste nach Fümmelse und Salzdahlum miteinander verknüpft. Auch die freigewordenen Äste nach Halchter und Linden-Nord werden zusammengelegt, während ein einzelner Ast nach Linden-Süd künftig nur noch bis zum Kornmarkt fährt.

Szenario 3


Szenario 3, das von der Verwaltung favorisiert wird, baut auf den Kernmaßnahmen der ersten beiden Szenarien auf, setzt jedoch bei den Linienverknüpfungen neu an und bezieht zusätzlich die Regionallinie 421 mit ein. Um den dortigen Takt wieder auf einen attraktiven Halbstundentakt zu verdichten, werden an anderer Stelle Kapazitäten abgebaut.

Dies geschieht zum einen durch die Reduzierung des Stadtbusses nach Halchter auf einen Stundentakt, wobei durch die zeitliche Überlagerung mit der Regionallinie 750 ab der Harzburger Straße weiterhin ein Halbstundentakt bestehen bleibt; dieser verbleibende Ast nach Halchter wird zudem mit dem stündlichen Ast nach Ahlum verknüpft. Zum anderen wird der extrem schwach ausgelastete Linienast zur Blücherstraße (Linie 796) komplett gestrichen, da die dortigen Bereiche bereits ausreichend durch alternative Buslinien abgedeckt seien. Die dadurch frei werdenden Mittel fließen direkt in die Taktverdichtung der viel befahrenen Linie 421.

Weitere Abstimmungen notwendig


Die Verwaltung weist in der Vorlage darauf hin, dass die beschriebenen Maßnahmen der KVG Braunschweig bereits vorab vorgestellt worden sind und nun von dieser hinsichtlich ihrer betrieblichen Umsetzbarkeit, der genauen Fahrplan- und Linienausgestaltung sowie der finanziellen Auswirkungen vertieft und geprüft werden sollen.

Im nächsten Schritt soll dann die Beteiligung der relevanten Ortsräte zu den konkret vorgesehenen Maßnahmen erfolgen. Da bei einzelnen Maßnahmen auch die Nutzungsfrequenzen von bereits geförderten Haltestellen verändert oder diese ganz aus der Nutzung genommen werden, soll auch eine Prüfung möglicher förderrechtlicher Konsequenzen in die Gesamtbetrachtung einfließen.

Die Vorlage bilde dabei die Grundlage für die weitere Ausarbeitung und lege fest, welche Maßnahmen durch die KVG im Detail zu prüfen seien. Die Ergebnisse dieser Prüfung sollen dann dem Rat in einem weiteren Schritt zur abschließenden Entscheidung vorgelegt werden.

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