Wolfenbüttel. Zwei Integrationskurse der Stadt Wolfenbüttel haben kürzlich einen Ausflug in den niedersächsischen Landtag in Hannover gemacht, was den Teilnehmern des Kurses einen direkten Einblick in die Funktionsweise der niedersächsischen Politik ermöglichte. Vor allem sprachlich war der Ausflug für die Migranten und Migrantinnen eine Herausforderung, welche die Gruppe aber mit Begeisterung annahm.

Emad Aisho auf dem Platz des Landtagspräsidenten und Neila Iolani am Rednerpult im niedersächsischen Landtag. Foto: Privat
Einmal am Rednerpult stehen, sich auf die Plätze der Abgeordneten setzen und sich durch die Räumlichkeiten führen lassen, in denen wichtige politische Entscheidungen getroffen werden. Die Erfahrung konnten kürzlich die Teilnehmer zweier Integrationskurse machen, die vom Bildungszentrum Wolfenbüttel für Migranten und Migrantinnen angeboten werden. Ausflüge wie dieser sind für die Kurse durchaus etwas besonderes, weil sie kein integraler Bestandteil des Curriculums sind. Entsprechend erfreut waren auch die Kursteilnehmer über die Abwechslung vom normalen Alltagsbetrieb, der 25 Unterrichtsstunden pro Woche vorsieht.
Die Führung durch den Landtag war für viele Kursteilnehmer in sprachlicher Hinsicht allerdings noch etwas zu schnell. Einige Vokabeln waren noch unbekannt und haben die Aufnahme der Informationsflut erschwert. Dennoch aber konnten die Kursteilnehmer im Nachhinein die Struktur des niedersächsischen Landtages wiedergeben und waren fasziniert von Hannover und dessen Sehenswürdigkeiten.
Die beiden Kurse, die den Ausflug zusammen unternahmen und Teilnehmer aus den verschiedensten Ländern mit deutschem Aufenthaltstitel umfasst, arbeiten zurzeit noch auf sehr unterschiedlichen Lernniveaus. Der grundlegendere Kurs, der unter der Leitung von Annette Beigel steht, ist ein sogenannter Alphabetisierungskurs und lehrt die Grundlagen der deutschen Sprache. Zielgruppe dieses Kurses sind vor allem Menschen aus arabisch-sprachigen Ländern, die zuvor noch keinen Kontakt mit dem deutschen Alphabet hatten. Der zweite Kurs, der von Dorota Olszewska geleitet wird, ist ein allgemeiner Integrationskurs und richtet sich an Migranten und Migrantinnen, die bereits Vorkenntnisse in der deutschen Sprache haben. Aber trotz der unterschiedlichen Lernniveaus war der gemeinsame Ausflug für alle ein unterhaltsamer Erfolg.

