Wolfenbüttel. Wie regionalHeute.de bereits berichtete, liegen Pläne der Verwaltung vor, den Platz vor dem Zeughaus teilweise zu entsiegeln und grüner zu gestalten. Zu dieser Idee äußert sich nun der Bürgermeisterkandidat der SPD, Dr. Sascha Dietrich, in einer Pressemitteilung.
Nach den Plänen, die nun in den politischen Gremien beraten werden, soll das Pflaster vor dem historischen Zeughaus auf gut 160 Quadratmetern aufgebrochen werden. Geplant sind drei Pflanzbeete mit sechs Kaiserlinden und robusten Stauden. Die Bäume sollen künftig mehr Schatten spenden, die Hitze auf dem Platz abmildern und zugleich Flächen schaffen, auf denen Regenwasser versickern kann. Insgesamt soll die Maßnahme rund 95.000 Euro kosten. Stimmt die Politik zu und stehen die Mittel im Haushalt bereit, ist die Umsetzung für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant. Doch noch bevor die Vorlage der Politik vorgelegt wird, kommt bereits Kritik auf. In einer Pressemitteilung äußert Dietrich Kritik am Vorgehen der Stadt und vor allem am Zeitpunkt der geplanten Maßnahme.
Kritik am Zeitpunkt
Dr. Sascha Dietrich, Bürgermeisterkandidat der SPD-Wolfenbüttel, zeigt sich angesichts der Pläne überrascht. „Der Handlungsbedarf auf dem Schlossplatz ist seit Langem bekannt“, sagt Dietrich. Die Stadt brauche „gut aufeinander abgestimmte Hitzeschutzkonzepte für öffentliche Räume und Einrichtungen sowie zur Unterstützung stark belasteter Menschen“. Dazu gehörten mehr Schatten, mehr Grün, mehr Wasser und mehr Klimatechnik.
Die umfassende Klimaanpassung werde einige Jahre dauern. „Bis dahin werden pragmatische Übergangslösungen für Sommer 2027 benötigt, zum Beispiel mobile Sonnensegel und Pflanzen – auch am Schlossplatz“, so Dietrich.
Vor diesem Hintergrund stellt er den Zeitpunkt der aktuellen Vorlage infrage: „Von daher stellt sich die Frage, warum nun – kurz vor der Kommunalwahl am 13. September – ein Vorschlag für sechs Bäume vorgelegt wird, die erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 gepflanzt werden sollen.“ Die Stadt brauche „Ideen für mobile Übergangslösungen und ein langfristig wirkendes Gesamtkonzept für die Innenstadt – aber keinen Aktionismus an ausgewählten Standorten“.
Auch die SPD-Ratsfraktion unterstütze entsprechende Initiativen, lege aber Wert auf ein Gesamtkonzept. Die Vorlage sollte laut Dietrich daher nach der Wahl als Teil eines umfassenden Hitzeschutzkonzepts in einem geordneten Verfahren beraten werden.
Weitere Vorschläge für den Klimaschutz
Dietrich sieht darüber hinaus auch bei Photovoltaik und der kommunalen Wärmeplanung Handlungsbedarf. So könnten aus seiner Sicht Bürgerenergiegesellschaften stärker einbezogen werden. Bei der Wärmeplanung regt er unter anderem an, zu prüfen, ob die Wärme des Wassers an der Schünemannschen Mühle über eine Großwärmepumpe genutzt werden könnte.


