Kostenexplosion beim Schulbau: GiS-Entlastungsbau wird deutlich teurer

Die Stadt muss die Kalkulation für das Projekt deutlich nach oben korrigieren. Auch der Zeitplan wird angepasst.

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Das Gymnasium im Schloss erhält einen weiteren Erweiterungsbau.
Das Gymnasium im Schloss erhält einen weiteren Erweiterungsbau. | Foto: Matthias Kettling

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Wolfenbüttel. Das größte schulische Bauprojekt der Stadt Wolfenbüttel wird massiv teurer. Die Kosten für den „Entlastungsbau II“ des Gymnasiums im Schloss steigen um mehrere Millionen Euro. Auch der Zeitplan ist hinfällig.



Der Rohbau des neuen, modernen Holz-Hybridbaus ist inzwischen weitgehend fertiggestellt. Aktuell laufen bereits die Vorbereitungen und Vergaben für den anschließenden Innenausbau und die weiteren Gewerke. Doch trotz des sichtbaren Fortschritts steht das Großprojekt unter erheblichem finanziellen und zeitlichen Druck.

Bau wird 3,6 Millionen Euro teurer


Der Rohbau ist fast fertig.
Der Rohbau ist fast fertig. Foto: Matthias Kettling


Wie aus einer neuen Beschlussvorlage der Verwaltung hervorgeht, ist eine massive Budgetanpassung nötig. Statt der ursprünglich veranschlagten 15,3 Millionen Euro wird der Neubau voraussichtlich 18,9 Millionen Euro kosten – eine Steigerung von rund 24 Prozent. Auch der Einzugstermin ist nicht mehr zu halten. Die Inbetriebnahme des neuen Gebäudes verschiebt sich laut Verwaltung um rund eineinhalb Jahre auf das Jahr 2028. Nach Bekanntwerden der höheren Kosten habe man gemeinsam mit den ausführenden Firmen nach Lösungen gesucht und konnte so bereits 400.000 Euro einsparen. Trotzdem steht am Ende der Rechnung nun ein Mehr von 3,6 Millionen Euro.


Jeder Tag Verzug kostet bares Geld


Dass der Bau so massiv hinterherhinkt, liege an einer Verkettung von Problemen in den vergangenen Monaten. Der komplizierte Abriss des alten Biologietrakts direkt neben einer historischen Kasematte dauerte deutlich länger als geplant, da weite Teile zum Schutz des Denkmals aufwendig von Hand abgebaut werden mussten. Später hätten lange Lieferzeiten für die Spezial-Holzdecken den Ablauf ausgebremst. Schlussendlich sorgte der harte Winter Anfang 2026 für den endgültigen Verzug.


Durch die längere Bauzeit würden Kosten für Gerüste, Absperrungen und Personal unbarmherzig weiterlaufen. Zudem würden die allgemein gestiegenen Preise für Baumaterialien und Handwerkerlöhne führen.

Obwohl der Neubau sehr viel teurer wird, als zunächst geplant, bedeutet das für die Stadtkasse nicht automatisch eine zusätzliche Belastung. Wie die Verwaltung in der Vorlage erklärt, sinkt die tatsächliche Nettobelastung für den Haushalt dennoch von ursprünglich 15,3 Millionen Euro auf rund 14,6 Millionen Euro. Der Grund sind zwei neue Förderzusagen, die nun erstmals als Einnahmen verbucht werden. Der Landkreis Wolfenbüttel zahlt einen Zuschuss von 3,06 Millionen Euro aus der Kreisschulbaukasse und die KfW-Bank steuert 1,22 Millionen Euro für den klimafreundlichen Neubau bei.

Zusammen ergeben diese Fördergelder rund 4,28 Millionen Euro. Zieht man diese Summe von den neuen Gesamtkosten (18,9 Millionen Euro) ab, bleibt für die Stadt eine Netto-Belastung von rund 14,6 Millionen Euro. Unterm Strich zahlt Wolfenbüttel aus eigenen Steuermitteln somit rund 700.000 Euro weniger als nach dem alten Plan.

Fertigstellung 2028


Die Grundsteinlegung für das Projekt erfolgte bereits im September 2025. Die Rohbauarbeiten sollen voraussichtlich im Juni abgeschlossen sein. Der weitere Fahrplan sieht nun vor, dass die Rohbauarbeiten im Juni 2026 abgeschlossen werden. Im Oktober 2026 soll der Innenausbau beginnen, gefolgt von einer geschlossenen Gebäudehülle im Februar 2027. Nach dem geplanten Start der Außenanlagen im August 2027 soll das Gebäude schließlich im Dezember 2027 fertiggestellt und im Jahr 2028 offiziell in Betrieb genommen werden.