Wolfenbüttels Landrätin Christiana Steinbrügge hat zu den aktuellen Vorschlägen aus Salzgitter und Braunschweig in der Debatte um die Gebietsreform in der Region eine Acht-Punkte umfassende Stellungnahme veröffentlicht, die wir - wie immer - ungekürzt und unkommentiert veröffentlichen:
[image=5e176561785549ede64ceacb]"1. „Im Braunschweiger Land wird gerade ein neues Spiel erfunden. Dieses Spiel heißt „Ich baue mir eine Region“. Dabei werden Landkreise wie Dominosteine auf dem Spielbrett hin- und hergeschoben."
"2. Die Art und Weise, wie hier über Köpfe und Verantwortlichkeiten hinweg verhandelt wird, ist nicht akzeptabel."
"3. Die Diskussion wird ausschließlich aus der Perspektive der kreisfreien Städte geführt. Dabei wird der ländliche Raum als Vorratsgebiet betrachtet, aus dem man sich nach Bedarf bedienen kann."
"4. Das Selbstbestimmungsrecht gilt auch für Landkreise! Über ihre Zukunft entscheiden die Räte und Kreistage selbst."
"5. Wenn das nicht mehr gilt, wird das auch zu einem Problem für das Flächenland Niedersachsen. Die meisten Menschen wohnen schließlich im ländlichen Raum. (Nach Angaben des Niedersächsischen Landkreistages etwas mehr als zwei Drittel)."
"6. Statt die Aufgaben zu lösen, die vor uns liegen, wie Demografie, Mobilität, Energiewende, Bildungschancen für alle, verheddern wir uns in Strukturdiskussionen. Keines dieser Probleme wird durch Gebietsveränderungen gelöst."
"7. Stattdessen sollten wir die Zusammenarbeit von Gemeinden, Städten und Landkreisen intensivieren. Dafür bieten die neuen Ämter für Regionalentwicklung eine gute Plattform. Andere Regionen in Niedersachsen sind uns da weit voraus."
"8. Das Ziel sollte doch sein, räumliche Ungleichheiten zu verringern, nicht zu verstärken. Wir haben ein sozialstaatliches Ziel und das heißt „gleichwertige Lebensverhältnisse“. Es muss doch darum gehen, wie sich die Stadt-Umland-Beziehungen zum Nutzen der hier lebenden Menschen auf das Beste ergänzen. Daran wäre mit aller Kraft zu arbeiten. Statt diese Fragen gemeinsam zu lösen, was höchst anspruchsvoll ist, konzentriert man sich lieber auf anderes. So kommen wir nicht weiter."

