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Lebensmittelmarkt im Wolfenbütteler Löwentor? Betroffene Bürger richten Appell an Bürgermeisterkandidaten



Lebensmittelmarkt im Löwentor? Betroffene Bürger richten Appell an Bürgermeisterkandidaten

Man solle lieber gemeinsam an einer Lösung des Problems arbeiten anstatt das Thema dazu zu benutzen, um Gräben im Wahlkampf aufzureißen.

von Alexander Dontscheff


Symbolbild
Symbolbild Foto: Robert Braumann

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Wolfenbüttel. Am vergangenen Freitag berichtete regionalHeute.de über ein Treffen des CDU-Bürgermeisterkandidaten Adrian Haack mit Anwohnern des Bereiches rund um den Grünen Platz, die auf das Problem aufmerksam machten, das durch die Schließung des dortigen Netto-Marktes vor zweieinhalb Jahren entstanden ist. Dabei kam auch der Vorschlag zur Sprache, als Ersatz einen Lebensmittelmarkt im Löwentor anzusiedeln. Daraufhin kritisierte der parteilose Bürgermeisterkandidat und derzeitige Stadtbaurat Ivica Lukanic die Vorgehensweise von Adrian Haack. Nun richten sich die betroffenen Bürger in einem offenen Brief an alle Bürgermeisterkandidaten und mahnen, das Thema nicht für den Wahlkampf zu instrumentalisieren.



Es solle um den weggefallenen Lebensmittelmarkt am Grünen Platz gehen, was die Anwohner hier immer noch vor erhebliche Probleme stelle, so Sigrid Blankenburg im Namen der Anwohner. Es müsse daher um konstruktive Lösungsansätze gehen. Man bitte darum, das Thema nicht zu benutzen, um Gräben im Wahlkampf aufzureißen. Man solle lieber Brücken bauen für gute, gemeinsame Entscheidungen für Wolfenbüttel. Die Anwohner hätten sich daher auch an alle Kandidaten gewandt.

Der offene Brief in voller Länge:


Sehr geehrte Herren Bürgermeisterkandidaten,

wir betroffenen Wolfenbütteler sind sehr froh, dass die meisten von Ihnen für unser bürgernahes Anliegen – Bedarf an einem Lebensmittelmarkt nach Netto-Schließung am Grünen Platz – anscheinend ein offenes Ohr haben und sich bisher mehr oder weniger dazu auf ein Gespräch mit uns eingelassen haben.

Wir hatten uns mit unserem Anliegen bisher an alle Menschen in WF gewandt, von denen wir gehofft hatten, sie könnten hier für uns Anwohner(innen) eine konstruktive Hilfe sein. Und auch wenn ich hier meistens das Wort ergreife: Glauben Sie mir, wirklich viele Anwohner – vor allem auch ältere – sind von der Ladenschließung hier “kalt erwischt” worden und darüber immer noch sehr unglücklich!


Seit Anfang dieses Jahres kam daraufhin von Herrn Dennis Berger (SPD) eine kurze, verständnisvoll formulierte Mailantwort, mit Herrn Ivica Lukanic (parteilos; Stadtbaurat) gab es ein längeres, informatives Telefongespräch zu unserem Thema, von Herrn Stefan Brix (Grüne) kam leider noch keine Resonanz, und mit Herrn Dr. Adrian Haack hatten wir dazu kürzlich einen Ortstermin. Von Letzterem gibt ein Artikel bei regionalHeute.de (am 28.05.2021) einen guten Eindruck wieder. Das sind für uns Bürger dieser Stadt zunächst einmal überwiegend erfreuliche Ansätze!

Es ist nun aber sehr schade, dass in einem weiteren regionalHeute.de-Artikel (vom 29.5.2021) dieses Thema nun offenbar für den Wahlkampf kontrovers aufgegriffen wurde, anstatt dass man hier mal gemeinsam nach einer Lösung sucht!

Herr Lukanic beruft sich hier auf das “Einzelhandels- und Zentrenkonzept für WF”, das 2019 extra für WF extern erstellt worden war (von einer Firma aus Karlsruhe). Leider aber wurde dessen Inhalt – dass nämlich ein Nahversorger an dieser bisherigen Stelle sehr wichtig wäre! (S. 117/118) – von der Stadt WF anscheinend nicht weiter aufgegriffen. Gerade Herr Lukanic als Stadtbaurat hätte (so war jedenfalls unsere Hoffnung!) hier bisher vermutlich am ehesten seinen Einfluss in unserem Sinne geltend machen können, als es am ursprünglichen Ort noch möglich gewesen wäre. Eine neuere Mailauskunft von Herrn Lukanic, dass er dieses Anliegen inzwischen weitergeleitet hätte (Anfrage an die Objektgesellschaft “Löwentor”), lässt uns nun vorsichtig hoffen, dass es zumindest an dieser neuen Stelle vielleicht eine Ersatzlösung geben könnte.
Herr Dr. Haack hatte zudem die Idee, solche Bedarfseinschätzungen regelmäßig auch hier vor Ort erfolgen zu lassen (also nicht nur durch externe, teure Gutachten oder wenn bereits “das Kind in den Brunnen gefallen ist”).

Wo ist nun das Problem?


Das Ziel ist doch – laut mündlicher Bekenntnisse – angeblich weitgehend gleich: Bürgerfreundliche Politik und wichtige, wohnortsnahe Grundversorgung der Einwohner! Dazu gehört z.B. aus unserer Sicht auch, dass man vor Ort eine Art Kataster einrichtet, mit dem die sinnvolle Verteilung von lebensnotwendigen Versorgern in der Stadt erfasst und nach Möglichkeit ggf. optimierend beeinflusst wird. Also ruhig mal in solchen Fragen gelegentlich an einen “Runden Tisch” setzen und gemeinsam nach Lösungen suchen, anstatt den jeweils anderen wahlkampftaktisch – und in meinen Augen unnötig – anzugreifen!

Unsere Bitte als Bürger an dieser Stelle: Dieses Thema bitte nicht benutzen, um Gräben im Wahlkampf aufzureißen, sondern lieber Brücken bauen für gute, gemeinsame Entscheidungen für unser Wolfenbüttel! Das würde zudem einer allgemein zu beobachtenden Politikverdrossenheit der Bürger sicher entgegenwirken!

Freundliche Grüße
Sigrid Blankenburg


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