Mehr Fairtrade in Wolfenbüttel: Fairer Handel könnte für die Stadt teurer werden

Ein Antrag der Steuerungsgruppe fordert mehr faire Einkäufe im Rathaus und Präsenz auf Stadtfesten.

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Symbolfoto | Foto: Werner Heise

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Wolfenbüttel. Seit 2019 darf sich Wolfenbüttel offiziell „Fairtrade-Stadt“ nennen. Kaffee und Schokolade mit Siegel gehören in der Tourist-Info bereits zum Sortiment. Doch der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt reicht das offenbar noch nicht. Der Fairtrade-Gedanke sollte nach Auffassung der Steuerungsgruppe künftig im Rathaus und auf städtischen Großveranstaltungen eine deutlich größere Rolle spielen. Das hätte allerdings seinen Preis.



Entsprechende Anregungen der Steuerungsgruppe, die vor allem auf das städtische Einkaufsverhalten abzielen, sind nun Gegenstand der politischen Beratungen. So schlägt die Steuerungsgruppe vor, dass bei künftigen Angeboten und Ausschreibungen Produkte aus fairem Handel bevorzugt berücksichtigt werden. Zur Orientierung soll die Verwaltung einen eigenen „Leitfaden für den nachhaltigen Einkauf“ erarbeiten.

Fairtrade-Produkte haben ihren Preis


Ein wesentlicher Aspekt der Initiative betrifft die finanziellen Auswirkungen. Fair gehandelte Waren sind in der Regel teurer in der Anschaffung als herkömmliche Produkte. Geht es nach dem Antrag der Steuerungsgruppe, soll die Stadt bei vergleichbarer Qualität künftig bereit sein, für Fairtrade-Produkte bis zu 30 Prozent mehr zu bezahlen als für das günstigste Konkurrenzangebot – vorausgesetzt, dies ist rechtlich zulässig und sachlich begründbar. Welche Mehrkosten dadurch unterm Strich auf die Stadtkasse zukommen, hängt von den jeweiligen Bestellmengen und Vergaben ab.

Fairtrade auf dem Ball des Sports und den Beachdays?


Auch im Stadtleben soll das Thema präsenter werden. Vorgeschlagen werden Banner, Programmhinweise oder Moderationen bei städtischen Events. Zudem sollte bei Veranstaltungen wie dem Ball des Sports, den Beachdays oder dem Tag der Seniorinnen und Senioren gezielt geprüft werden, ob faire Verpflegung, Kleidung oder Werbegeschenke zum Einsatz kommen können.

Politik soll beraten


Der Antrag wurde bereits in einigen Fachausschüssen beraten. Im Juni beschloss der städtische Ausschuss für Bau, Stadtentwicklung und Umwelt jedoch, dass über das Thema und die konkreten Umsetzungsmöglichkeiten noch weiter beraten werden soll. Damit wird der Vorschlag der Steuerungssgruppe erneut auf den Tagesordnungen der Ausschüsse landen, bevor eine finale Entscheidung getroffen wird.

Die Steuerungsgruppe


Die Steuerungsgruppe „Fairtrade-Town“ besteht seit dem 5. Februar 2018. Seit ihrem ersten Treffen koordiniert sie die Aktionen der Kampagne und unterstützt die Förderung des fairen Handels in Wolfenbüttel.