Wolfenbüttel. Am heutigen Donnerstagvormittag kam es im Landkreis Wolfenbüttel zu einem gemeinsamen Einsatz der Polizei und des Veterinäramtes. Nach einem Hinweis wurde ein ehemaliger Schlachtbetrieb in der Samtgemeinde Sickte behördlich kontrolliert. Der Landkreis Wolfenbüttel bestätigte den Einsatz gegenüber regionalHeute.de.
Der betroffene Betrieb soll laut der Tierschutzorganisation "Team Tierschutz gGmbH“ bereits seit Jahren über keine offizielle Schlachtlizenz mehr verfügen. "Dennoch liegen uns Bild- und Videoaufnahmen vor, die darauf hindeuten, dass der ehemalige Betreiber offenbar weiterhin mehrfach pro Woche Tiere geschlachtet hat", heißt es in der Pressemitteilung der "Team Tierschutz gGmbH“, die sich selbst als Hinweisgeber ausgibt.
17 Schafe vor Ort vorgefunden
Landkreissprecher Andree Wilhelm bestätigt, dass es nach einem Hinweis auf tierrechtliche Verstöße in den Mittagsstunden einen Einsatz von Veterinäramt und Polizei bei der Schlachterei gegeben hat. Vor Ort seien insgesamt 17 Schafe vorgefunden worden, sechs der Tiere seien zu diesem Zeitpunkt bereits geschlachtet gewesen, elf weitere seien zur Schlachtung vorgesehen gewesen.
Kein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz
Nach Angaben des Landkreises wurden die sechs Schlachtungen sachgemäß und nach vorheriger Betäubung per Bolzenschuss durchgeführt. Ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz liege also beim reinen Tötungsakt nach ersten Erkenntnissen somit nicht vor. Da der Betrieb jedoch keine gültige Lizenz mehr besaß, fehlte die Rechtsgrundlage für die vorgeschriebene Fleischuntersuchung, was einen Verstoß gegen das Lebensmittelrecht darstellt, erklärt Wilhelm.
Das Fleisch der sechs bereits getöteten Tiere wurde von den Behörden sofort konfisziert und aus dem Verkehr gezogen. Es darf nicht in den Handel gelangen und wird nun auf Kosten des Betreibers durch ein Entsorgungsunternehmen vernichtet. Zum Verbleib der elf lebenden Schafe konnte Wilhelm noch keine konkreten Angaben machen.
Auf denjenigen, der die Schlachtungen vorgenommen hat, könnten nun drastische Konsequenzen zukommen. Die Behörden prüfen derzeit die Einleitung umfassender ordnungsrechtlicher sowie strafrechtlicher Schritte, so Wilhelm.

