Wolfenbüttel. Der Bücherbus des Landkreises erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit – trotz Digitalisierung und der Möglichkeit der Onleihe. Zahlreiche Menschen nutzen das Angebot regelmäßig, weshalb bereits vor ziemlich genau einem Jahr die Anschaffung eines neuen Busses beschlossen wurde. Und dieser neue Bus könnte bald schon elektrisch unterwegs sein und damit sogar eine Vorreiterrolle in Deutschland einnehmen.
Die Ausleih-Zahlen des Bücherbusses steigen kontinuierlich – im Jahr 2023 hatte es laut Kreisverwaltung noch 66.525 Entleihungen physischer Medien gegeben, im Jahr 2025 lagen diese schon bei bei 79.247. Auch die Anzahl der Entleihungen über die Onleihe sei von 16.631 im Jahr 2023 auf 19.360 im Jahr 2025 gestiegen. Wie berichtet, sollte der mobile Bibliotheksdienst aus diesem Grund nicht nur aufrechterhalten, sondern auf Basis eines Zukunftskonzepts auch zu einem zeitgemäßen, innovativen Bildungs- und Begegnungsort für alle Altersgruppen weiterentwickelt werden. Weshalb im vergangenen Herbst die Anschaffung eines neuen 12-Meter-Überlandbusses, dessen Kosten inklusive Innenausbau mit etwa 850.000 Euro veranschlagt wurden, einstimmig beschlossen wurde.
Vorreiterrolle bei elektrischen Bücherbussen
In der jüngsten Sitzung des Verwaltungsrates des Eigenbetriebes Bildungszentrum am 1. September stand nun der Bücherbus in Form einer Beschlussvorlage abermals auf der Tagesordnung – dort wurde angeregt zu prüfen, ob statt eines herkömmlichen auch ein Bus mit Elektroantrieb angeschafft werden könnte. Zwar sei im Landkreis Wolfenbüttel die Quote an emissionsfreien Fahrzeugen im Rahmen des Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetzes bereits erfüllt, doch sehe man die Anschaffung eines elektrisch betriebenen Bücherbusses dennoch als sinnvoll an, zumal der Landkreis damit gewissermaßen eine Vorreiterrolle in Deutschland einnehmen könnte. Bislang gebe es bundesweit nur in begrenztem Umfang Elektro-Bücherbusse, beispielsweise in Saarbrücken.
Mittel würden zur Verfügung stehen
Mittlerweile gebe es mehrere Hersteller, die Überlandbusse mit elektrischem Antrieb anbieten. Diese seien zum Bücherbus umbaubar und würden die Kriterien für den laufenden Betrieb erfüllen. Untergebracht und mittels einer zu installierenden Wallbox über Nacht geladen werden könnte der Bus in einer Garage der Firma Schmidt, eine Zwischenladung während des Betriebs sei voraussichtlich nicht notwendig. Die Anschaffungskosten seien durch Eigenmittel sowie Fördermittel vom Amt für Regionale Landentwicklung und Stiftung Zukunftsfonds Asse gedeckt. Zusätzlich unterstütze die Curt Mast Jägermeister Stiftung die Ausstattung des Kinderbereichs. Für die Anschaffung und Ausstattung des neuen Bücherbus-Fahrzeugs stünden so insgesamt 860.000 Euro zur Verfügung.
So geht es weiter
Vor diesem Hintergrund solle daher neben der ursprünglich vorgesehenen Dieselvariante auch die Beschaffung eines elektrisch betriebenen Bücherbusses geprüft werden. Sofern ein elektrisch betriebenes Fahrzeug die erforderlichen Anforderungen erfüllt und innerhalb der zur Verfügung stehenden Mittel finanziert werden kann, solle diese Antriebsvariante bevorzugt werden. Der Verwaltungsrat beschloss einstimmig, die Vorlage dem Kreisausschuss zu empfehlen. Dieser wird in seiner Sitzung am 5. Oktober voraussichtlich einen Beschluss fassen.

