Wer schnauft da im Laubhaufen? Igel und Maulwurf bitte melden!

Am Freitag startet eine Meldeaktion. Die Daten sollen helfen, mehr über die Bestände der heimlichen Gartenbewohner zu erfahren und langfristig wirksame Schutzmaßnahmen abzuleiten.

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Symbolbild | Foto: pixabay

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Region. Die NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen ruft alle Menschen in der Region dazu auf, vom 18. bis 28. September Igel und Maulwürfe zu beobachten und ihre Sichtungen bei der bundesweiten Aktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ zu melden. Darauf macht der NABU in einer Pressemitteilung aufmerksam.



Die Daten sollen helfen, mehr über die Bestände der heimlichen Gartenbewohner zu erfahren und langfristig wirksame Schutzmaßnahmen abzuleiten. Für den NABU Südost-Niedersachsen steht fest: Gerade beim Igel braucht es nicht nur mehr Wissen, sondern auch endlich konsequentes politisches Handeln.

Beitrag zum Artenschutz


„Wer einen Igel entdeckt und meldet, leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz“, betont Josefine Stangenberg, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen. „Gleichzeitig müssen wir die Gefahren angehen, die wir längst kennen. Dazu gehört der nächtliche Einsatz von Mährobotern.“

Der Igel braucht besonderen Schutz.
Der Igel braucht besonderen Schutz. Foto: Marc Scharping


Igel sind vor allem in der Dämmerung und nachts auf Nahrungssuche. Treffen sie dabei auf Mähroboter, kann ihr natürlicher Schutzreflex zur tödlichen Falle werden. Statt zu fliehen, rollen sie sich häufig ein und sind den rotierenden Messern schutzlos ausgeliefert. Immer wieder werden schwer verletzte oder getötete Tiere gefunden.

Bevölkerung hat klares Signal gesendet


Dass ein besserer Schutz der Tiere von vielen Menschen in Niedersachsen gewollt ist, habe die erfolgreiche Petition für ein Nachtfahrverbot von Mährobotern eindrucksvoll gezeigt. Die breite Unterstützung aus der Bevölkerung sei ein klares Signal an die Politik gewesen. Dennoch habe die niedersächsische Landesregierung bis heute kein flächendeckendes Nachtfahrverbot auf den Weg gebracht. Statt einer landesweit einheitlichen Regelung gibt es weiterhin nur einzelne lokale Vorgaben.

„Die Menschen haben auch in Südost-Niedersachsen deutlich gemacht, dass sie den Schutz des Igels ernst nehmen“, so Stangenberg. „Die Landesregierung darf diesen Willen nicht länger ignorieren. Es kann nicht davon abhängen, in welcher Kommune ein Igel unterwegs ist, ob er nachts vor Mährobotern geschützt wird.“

Beobachtungen liefern wichtige Daten


Bei der Aktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ können Sichtungen mit Datum und Fundort unter www.igelsuche.de eingetragen werden, möglichst ergänzt durch Fotos und weitere Hinweise. Auch tote Tiere sollen gemeldet werden. Die Daten fließen in eine wissenschaftliche Studie des Leibniz Instituts für Zoo- und Wildtierforschung ein. Ziel ist es, langfristig Veränderungen der Bestände erkennen und daraus geeignete Schutzmaßnahmen ableiten zu können.

„Die Meldeaktion hilft uns, mehr über den Igel zu erfahren. Beim Schutz vor Mährobotern wissen wir dagegen längst, was zu tun ist“, sagt Stangenberg. „Die Landesregierung ist weiterhin gefordert zu handeln.“

Igel brauchen Unterstützung


Wer Igel zusätzlich unterstützen möchte, kann den eigenen Garten naturnah gestalten. Laub unter Gehölzen, heimische Sträucher, Reisighaufen und offene Durchgänge zwischen Gärten schaffen wertvolle Rückzugsräume. Auf den Einsatz von Mährobotern in der Nacht sollte grundsätzlich verzichtet werden – auch ohne rechtliche Vorgabe.

Infos zum Igel und der Gestaltung eines naturnahen Gartens erhalten Interessierte in der NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen, Konrad-Adenauer-Straße 25, 38226 Salzgitter zu den Öffnungszeiten (dienstags 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr) oder nach telefonischer Absprache unter 05341-3054460. Ebenfalls kann bei der Regionalgeschäftsstelle ein Igel-Infopaket gegen Einsendung von 5 Euro unter dem Stichwort „Igel“ angefordert oder zu den Öffnungszeiten erworben werden. Vor Ort gibt es auch weiteres interessantes Infomaterial zu Tieren im Garten.