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Sicktes Bürgermeister: „Wir brauchen ein Gewerbegebiet"

von Nick Wenkel


Von links vor dem Sickter Bürgermeisterbüro: Wolfgang Gürtler, Marco Kelb, Frank Oesterhelweg und Thilo Geipel. Fotos: MIT
Von links vor dem Sickter Bürgermeisterbüro: Wolfgang Gürtler, Marco Kelb, Frank Oesterhelweg und Thilo Geipel. Fotos: MIT

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09.08.2018

Sickte. Im Rahmen ihrer gemeinsamen Sommertour sprachen Vertreter der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Wolfenbüttel und Landtags-Vizepräsident Frank Oesterhelweg mit dem Sickter Bürgermeister Marco Kelb. Dabei wurde deutlich: Die Schaffung eines Gewerbegebiets sei eines der wichtigsten Aufgaben in der Gemeinde Sickte.


Bürgermeister Marco Kelb erläuterte, dass Sicktes Wirtschaftsstruktur von erfolgreichen kleinen und mittelständischen Betrieben geprägt sei. Handwerk, Handel und Dienstleistungen würdenhierbei einen Schwerpunkt bilden, aber auch landwirtschaftliche Betriebe sowie zahlreiche Freiberufler gehören zum wirtschaftlichen Rückgrat der liebenswerten Gemeinde mit rund 6.200 Einwohnern. Besonders erwähnenswert sei die Stiftung Neuerkerode, die als größter Arbeitgeber im Landkreis Wolfenbüttel, allein im in der Gemeinde Sickte gelegenen Ort Neuerkerode, rund 800 Mitarbeiter beschäftige. Landtags-Vizepräsident Frank Oesterhelweg betonte die attraktive Lage der Gemeinde Sickte. Der Anschluss an die A39 verbinde das Grundzentrum Sickte exzellent mit den umliegenden Mittel- und Oberzentren sowie auch mit der A2. Fachkräfte fänden in der mit guter Versorgungsstruktur ausgestatteten Gemeinde Sickte zudem ausgezeichnete Lebensbedingungen.

Eines der wichtigsten Ziele


Angesichts dessen fragte MIT-Vorsitzender Holger Bormann, ob die Gemeinde Sickte zurzeit freie Gewerbeflächen vorhalte. Die Entwicklung eines Gewerbegebietes sei eines der wichtigsten Ziele der Gemeinde Sickte, da sowohl Anfragen von ansiedlungswilligen Unternehmen bedient, aber auch bestehenden Gewerbebetrieben die Möglichkeit zur Weiterentwicklung gegeben werden sollen,“ betonte Bürgermeister Kelb, der ausdrücklich unterstrich: „Wir brauchen ein Gewerbegebiet“.

Keine leichte Aufgabe


Es handele sich dabei jedoch um keine leichte Aufgabe. Die Gemeinde Sickte verfüge nur über kleinere eigene Flächen in ungünstiger Lage. Aus schwerwiegenden steuerlichen Gründen seien zahlreiche Flächeneigentümer zudem nicht bereit, Flächen zu verkaufen, sondern würdendiese lediglich zum Tausch anbieten. Arrondiertes Tauschland sei jedoch äußerst knapp. Auch die Erschließungskosten seien in Sickte überdurchschnittlich hoch, da insbesondere die Niederschlagswasserabfuhr in den meisten Lagen nur sehr aufwendig gestaltbar sei. Auf Vermittlung der Wirtschaftsförderung des Landkreises Wolfenbüttel habe Bürgermeister Kelb jedoch bereits intensiv mit der NBank verhandelt, dieEU-Mittel zur Kofinanzierung der Erschließungskosten eines Gewerbegebietes in Aussicht gestellt habe. Es werde nicht einfach, jedoch werde die Gemeinde Sickte, so Kelb, weiter an dem Ziel der Ausweisung eines Gewerbegebietes arbeiten. MIT-Chef Bormann regte mit Blick auf die Sickter Problematik an, gegebenenfalls auf Ebene des Landkreises Wolfenbüttel einen Flächenpool zu bilden, aus dem heraus Tauschland zur Gewerbegebietsentwicklung eingebracht werden könnte.


Besuch in Neuerkerode


Im Anschluss an das Gespräch im Sickter Bürgermeisterbüro reiste die Gruppe weiter nach Neuerkerode. Bei einem Mittagessen im „Biermanski’s“ trafen sich die Vertreter der MIT sowie Oesterhelweg und Kelb mit dem Geschäftsführer der Mehrwerk gGmbH Hans Henning Müller. Die Mehrwerk gGmbH ist Teil der Stiftung Neuerkerode und unterstützt als Anbieter von Qualifizierung und Beschäftigung Menschen mit Hilfebedarf bei ihrer beruflichen Orientierung, ihrer Teilhabe am Arbeitsleben und ihrer Selbstverwirklichung. Neben den klassischen Werkstätten verfüge die Mehrwerk gGmbH über ein vielseitiges Dienstleistungsangebot. Besonders das sich durch Qualität und Frische auszeichnende Catering für Schulen und Kindertagesstätten sei beliebt und besonders stark nachgefragt. Eines der neuesten Projekte sei die Digitalisierung des Neuerkeröder Büchermarktes, der aus Gründen des Brandschutzes vor einigen Monaten geschlossen werden musste.

Die Besucher zeigten sich begeistert vom konzeptionellen Ansatz der Mehrwerk gGmbH und erörtern erste Kooperationsmöglichkeiten. Ein kurzer Spaziergang durch Neuerkerode mit einem Abstecher in den Second-Hand-Laden„Zweite Liebe“ rundeten den Besuch ab.


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