So lief die Erdbeerernte in Wolfenbüttel vor 66 Jahren

Das einstige Anbaugebiet für Erdbeeren, als "Ahlumer-Feld" bezeichnet, befand sich auf dem Gebiet an der Schweigerstraße.

Jürgen Hartmann auf dem Erdbeerfeld im Juni 1960.
Jürgen Hartmann auf dem Erdbeerfeld im Juni 1960. | Foto: Archiv Jürgen Hartmann

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Wolfenbüttel. Als der ehemalige Gärtner Jürgen Hartmann jüngst den Streckhof am Neuen Weg besuchte, stand die Erdbeerernte vor 66 Jahren im Mittelpunkt des Gespräches mit Geschäftsführer Andreas Meißler. Dabei durfte die ausdrucksstarke und äußerst lebhafte hiesige Mundart eines der letzten "Gärtner-Originale" nicht fehlen. Darüber berichtet der Verein Gärtnermuseum Wolfenbüttel in einer Pressemitteilung.



Das einstige Anbaugebiet für Erdbeeren, als "Ahlumer-Feld" bezeichnet, befand sich auf dem Gebiet an der Schweigerstraße. Dort ist heute ein Nah- und Einkaufszentrum errichtet. Das Land war in sogenannten "drei Wannen" von der Hauptkirche gepachtet.

Besondere Abläufe erforderlich


Für die Bestellung der Erdbeerfelder mussten besondere Abläufe eingehalten werden. Im ersten Jahr wurden ab August die Pflanzen in drei Reihen auf einer Breite von 45 Zentimetern gesetzt. Später entfernte man die mittlere Reihe. Während der Wintermonate wuchs der Kohl zwischen den Reihen. Das Schneiden des Kohls erfolgte im Frühjahr. Radieschen und Rettich schlossen sich an.

Teuerste Tag des Jahres


Die Erdbeeren wurden an die Konservenindustrie oder die Braunschweigische Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft geliefert. Sie unterhielt in Wolfenbüttel eine Außenstelle für die Annahme der Erzeugnisse. Der 17. Juni als Feiertag galt unter den Gärtnern als der "teuerste Tag" des Jahres, denn Ernte und Verkauf ruhten an diesem Tag.