Unfallschwerpunkt L495: Die Gefahr lauert woanders

Der Wolfenbütteler Martin Zimmermann befährt die Strecke zwischen Wolfenbüttel und dem Oderwald zwei bis dreimal die Woche. Im Gespräch mit regionalHeute.de erzählt er, wie er die Gefahrenstelle aus Sicht eines Radfahrers sieht.

von Anke Donner


Um die L495 zwischen Adersheim und Halchter gibt es derzeit einige Diskussionen. Auch darüber, wie man die Gefahrenstelle entschärfen kann.
Um die L495 zwischen Adersheim und Halchter gibt es derzeit einige Diskussionen. Auch darüber, wie man die Gefahrenstelle entschärfen kann. Foto: Anke Donner

Wolfenbüttel. Seit es im vergangen Sommer zu einem tödlichen Unfall gekommen war, ist die L495 zwischen Adersheim und Halchter erneut in den Mittelpunkt zahlreicher Diskussionen gerückt. Die Stadtverwaltung schlägt vor, ein Abbiegeverbot in die Verlängerung des Kalten Tals einzurichten. Doch damit ist die Gefahr nicht gebannt, sagt Martin Zimmermann und erklärt bei einem Treffen vor Ort, wo die eigentliche Gefahr lauert.



Der Wolfenbütteler Martin Zimmermann gehört seit vielen Jahren dem ökologischen Verkehrsclub (VCD) in Wolfenbüttel an, ist dort auch Vorstandsmitglied und saß sogar im Vorstand des Landesverbands. Er befährt die Strecke zwischen Wolfenbüttel und dem Oderwald mehrmals pro Woche und kreuzt dabei auch die Stelle der L495, die im vergangenen Jahr einem Pedelecfahrer das Leben kostete und um die sich nun einige Diskussionen drehen.

CDU lehnt Abbiegeverbot ab


Um die Stelle der L495, bei der die Unfallkommission eine „Unfallhäufigkeit“ feststellte, zu entschärfen, hat die Stadtverwaltung vorgeschlagen, das Abbiegen von der Landstraße in Richtung Kaltes Tal mit einem Abbiegeverbot zu belegen. Ein Vorschlag, der bei der Rats-CDU gar nicht gut ankommt und sogar als unsinnig bezeichnet wird. „Die von der Verwaltung geplante Maßnahme verhindert keine Unfälle, sondern wird wahrscheinlich zu noch mehr Unfällen führen“, befürchtet der CDU-Fraktionsvorsitzende Marc Angerstein.

Martin Zimmermann sagt, die Gefahr sei auf der Seite des Parkplatzes viel größer.
Martin Zimmermann sagt, die Gefahr sei auf der Seite des Parkplatzes viel größer. Foto: Anke Donner


Abbiegeverbot ist eine Möglichkeit


Ganz so unsinnig findet Martin Zimmermann den Gedanken nicht. Ein Abbiegeverbot würde seiner Meinung nach schon Sinn machen. "Es wäre auf jeden Fall eine Maßnahme", sagt er. Schon allein deshalb, weil es sich hier um eine sehr komplexe Verkehrssituation handele. Wäre ein Abbiegen von der L495 verboten, müssten sich Radfahrer, Fußgänger und Jogger auf weniger Punkte konzentrieren. Eine wirkliche Gefahr beim Ausfahren aus der Verlängerung „Im Kalten Tale“ sieht Zimmermann nicht. Die Straße könne dort gut eingesehen werden, sodass ein Überqueren gut möglich ist.

Martin Zimmermann glaubt, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung helfen würde, die Stelle zu entschärfen.
Martin Zimmermann glaubt, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung helfen würde, die Stelle zu entschärfen. Foto: Anke Donner


Das viel größere Problem sieht der passionierte Radfahrer auf der anderen Straßenseite. Wer aus dem Oderwald kommt und auf die L495 oder in Richtung Kaltes Tal möchte und dazu die Straße queren muss, sei einer deutlich höheren Gefahr ausgesetzt. Denn durch die parkenden Autos auf dem Oderwaldparkplatz sei die Sicht stark behindert, Geschwindigkeiten könnten schlechter eingeschätzt werden. Zudem würden ausweichende Fahrzeuge so weit in den Wanderweg fahren, dass Fußgänger und Radfahrer gefährdet werden.

Für wirklich wirkungsvoll hält Zimmermann die Reduzierung der Geschwindigkeit an der Stelle von 80 auf 50 Stundenkilometer. "So kann man auch den Anhalteweg, der über 90 Meter beträgt, verkürzen. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was da passieren kann, wenn ein LKW, der mit 40 Tonnen angeschoben wird, runterkommt. Die Geschwindigkeit sollte hier für diesen Bereich reduziert werden", sagt Zimmermann.


mehr News aus Wolfenbüttel

Themen zu diesem Artikel


CDU Parken