"Uranium"-Reihe: Elster und Geitel und ihre Forschung


Der Vortrag findet im Bildungszentrum Wolfenbüttel statt. 
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Der Vortrag findet im Bildungszentrum Wolfenbüttel statt. Foto: Landkreis | Foto: Landkreis

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Wolfenbüttel. Die letzte Veranstaltung der Reihe "Uranium" am Mittwoch, 17. Juni 2015, um 19.30 Uhr, im BIZ, befasst sich mit den Wolfenbütteler Lehrer und Wissenschaftler Elster und Geitel und ihren Forschungsergebnissen.

"Röntgenstrahlen" – "Radioaktivität" – "Elektron" – markieren im 19. Jahrhundert den Wechsel von der klassischen zur modernen Physik. Mittendrin die Wolfenbütteler Julius Elster & Hans Geitel. Sie entwickelten Verfahren zur Beobachtung ionisierender Strahlung und finden die Beobachtungen von Becquerel bestätigt und überzeugen unter anderem Röntgen von der Existenz ionisierender Strahlung.

Das Element Uran war seit 1789 bekannt. Es kam beispielsweise zur Herstellung floureszierender Glas-Gebrauchsgegenstände und in Keramikglasuren zum Einsatz. Seine radioaktive Eigenschaft wurde im März 1896 von dem französischen Physiker Henri Becquerel entdeckt. Die zeitliche Nähe zur Entdeckung der Röntgenstrahlen war dabei kein Zufall. Zunächst blieb die Becquerelstrahlung – wie man anfänglich sagte – weitgehend unbeachtet. Fahrt nahm dann das Forschungsgeschehen 1898 auf, als die junge Wissenschaftlerin Marie Curie von der Entdeckung des ebenfalls Becquerelstrahlung aussendenden Poloniums berichtete und sie dem Strahlungsphänomen den Namen Radioaktivität gab. Es wurden immer weitere radioaktive Elemente entdeckt, die sich zudem irgendwie genealogisch aufreihten. Das bis dahin herrschende Dogma von der Unwandelbarkeit der Elemente musste aufgegeben werden. Von einem zunächst nur ganz kleinen, aber beständig wachsenden Kreis Wissenschaftler wurden Grundlagenkenntnisse zum Phänomen der Radioaktivität erforscht. In der Folge entstand ein ganz neues Verständnis über die Struktur der Materie, ein neues Weltbild der Physik.

Weitgehend in Vergessenheit geraten ist, dass Wolfenbüttel-Braunschweig – namentlich geknüpft an die Lehrer Julius Elster und Hans Geitel sowie den Chemiker Friedrich Giesel – in der Frühphase der Radioaktivitätsforschung eine Hochburg der Erkenntnisgewinnung darstellte. Der Referent, Rudolf G. A. Fricke, wird in seinem Vortrag die im Braunschweigischen getätigten Forschungsleistungen darlegen. Dabei wird deutlich werden, dass sich diese Forschungen nicht nur auf die bereits genannten Protagonisten beschränkt, sondern sie in einem kongenialen regionalen Umfeld von Wissenschaftlern und Instrumentenbauern agierten, das nicht nur fest in das internationale Forschungsgeschehen eingebunden war, sondern dieses letztendlich mit prägte.

Über den Referent: Rudolf G. A. Fricke, Jg. 1952, absolvierte die Volksschule und durchlief eine Lehre zum Werkzeugmacher. Über den zweiten Bildungsweg gelangte er zum Studium der Mathematik und Physik für das Lehramt an Realschulen. Von einem seiner Hochschullehrer dazu angeregt, begann Fricke damit, sich mit der Naturwissenschaft- und Technikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts zu befassen. Forschungen zur Biografie der Wolfenbütteler Lehrer und Physiker Julius Elster und Hans Geitel wurden zu seinem Spezialthema. Mit zunehmender Vertiefung weiteten sich die Forschungen aus. Mit mehreren Buchpublikationen, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, als Initiator und wissenschaftlicher Berater von Ausstellungen ist Fricke ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der regionalen Naturwissenschaft- und Technikgeschichte. Mehr Informationen unter: www.rudolf-fricke.de