Wolfenbüttel. Unter dem Titel „So kostbare Überbleibsel des Altertums…“ stellt Bertram Lesser die Neukatalogisierung der mittelalterlichen Helmstedter Handschriften in einem Werkstattgespräch am Donnerstag, 28. Januar, um 14.15 Uhr im Seminarraum im Zeughaus vor.
Die Helmstedter Handschriften bilden die älteste der historischen Handschriftengruppen der Herzog August Bibliothek. Der durch die Sammeltätigkeit von Herzog Julius von Braunschweig-Lüneburg (1528–1589) und seinen Nachfolgern begründete und von 1618–1810 als Teil der Universitätsbibliothek Helmstedt im Juleum Novum aufbewahrte Bestand umfasst gegenwärtig 1017 mittelalterliche Codices aus verschiedenen Disziplinen. Diese werden seit 2001 in einem Projekt der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) nach modernen Richtlinien neu beschrieben.
Das Werkstattgespräch soll über Stand und Methode der Katalogisierung informieren. Dabei werden exemplarisch jene theologischen und historischen Sammelbände im Mittelpunkt stehen, die der protestantische Gelehrte und Kirchenhistoriker Matthias Flacius Illyricus (1520–1575) in den Klöstern des Habsburgerreiches für seine kirchengeschichtlichen Studien ausgeliehen oder erworben hatte. In diesem Zusammenhang wird auch die erstmals in der Wolfenbütteler Bibliotheksordnung von 1572 erwähnte Legende um den Bücherdieb und Handschriftenzerstörer Flacius unter neuen Gesichtspunkten diskutiert.
Dr. Bertram Lesser studierte Mittellateinische Philologie, Mittlere Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte an der FSU Jena und der WWU Münster mit Promotion 2004 zum Thema „Johannes Busch: Chronist der Devotio moderna“. Seit Januar 2008 ist er im Projekt „Neukatalogisierung der Helmstedter Handschriften“ an der HAB Wolfenbüttel tätig.
Werkstattgespräch über Helmstedter Handschriften
Beginn der ältesten Abschrift (1180–1182) von: Otto von Freising: „Die Taten Kaiser Friedrichs I.“, mit einer Rubrik (rote Überschrift) und einer Zierinitiale. Foto: HAB | Foto: HAB
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