Wieder brennt ein Dachstuhl: Unheimliche Serie geht weiter

Diesmal war ein Gebäude in der Töpferstraße betroffen.

von Alexander Dontscheff und Werner Heise


Die Drehleiter ist im Einsatz.
Die Drehleiter ist im Einsatz. Foto: Werner Heise

Wolfenbüttel. Die unheimliche Serie geht weiter. Am heutigen Montagnachmittag musste die Feuerwehr Wolfenbüttel zu einem weiteren Dachstuhlbrand ausrücken. Diesmal war ein Mehrfamilienhaus in der Töpferstraße betroffen.


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Kurz nach 16:45 Uhr wurde Vollalarm ausgelöst. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Der Dachstuhl konnte allerdings nicht mehr gerettet werden. Das Feuer breitete sich auch auf das zweite Obergeschoss aus. Ein Übergreifen auf das direkt angrenzende Nachbarhaus konnte allerdings verhindert werden. Kurz vor 19 Uhr wurde "Feuer aus" gemeldet. Gegen 19:30 Uhr waren auch die Nachlöscharbeiten beendet.

Kein Platz für zweite Drehleiter


Aufgrund der Enge der Straße stellten die Löscharbeiten eine Herausforderung für die Feuerwehr dar. So konnte zum Beispiel nur eine Drehleiter aufgebaut werden. Die Dr.-Heinrich-Jasper-Straße diente als Bereitstellungsraum und musste zwischen Feuerwache und Groß Stöckheim für den Verkehr komplett gesperrt werden.

Die Dr.-Heinrich-Jasper-Straße diente als Bereitstellungsraum.
Die Dr.-Heinrich-Jasper-Straße diente als Bereitstellungsraum. Foto: Werner Heise


Schwerer verletzt sei nach jetzigem Stand niemand. Durch direkte Brandeinwirkung gab es keine Verletzungen, eventuell aber durch Einatmen des Rauchgases. Dies könne man noch nicht abschließend sagen. Ins Krankenhaus habe bislang aber noch niemand gemusst, so Polizeisprecher Frank Oppermann vor Ort. Beide Häuser seien rechtzeitig evakuiert worden. Wie die Polizei in einer Pressemitteilung berichtet, musste ein Bewohner mit seinem Rollstuhl durch Polizeibeamte aus dem brandbetroffenen Haus getragen werden.


Feuerwehrmann behandelt


Der Rauch, der durch den Wind immer wieder aufgewirbelt wurde, machte den Feuerwehrleuten zu schaffen. Ohne Atemschutzgeräte fiel das Atmen an der Brandstelle sehr schwer. Mindestens ein Feuerwehrmann musste vom Rettungsdienst behandelt werden. Es gehe ihm aber so weit gut, heißt es. Auch der Rettungsdienst aus Braunschweig war mit vor Ort.

Es handelt sich erneut um ein Mehrfamilienhaus der Gemeinnützige Wohnstätten EG.
Es handelt sich erneut um ein Mehrfamilienhaus der Gemeinnützige Wohnstätten EG. Foto: Werner Heise


Es konnte erfolgreich verhindert werden, dass das Feuer auf die andere Hälfte des Hauses übergreift. Zwar gebe es keine Brandschutzwand im eigentlichen Sinne, aber die Mauer im Dachboden habe dennoch das Übergreifen verhindert, so die Feuerwehr. Die Haushäfte 13b blieb somit vom Feuer verschont. Allerdings sind die Wohnungen in den oberen Stockwerken von Verrußungen betroffen. Die andere Hälfte des Hauses (13a) sei laut Einschätzung von Polizeipressesprecher Frank Oppermann derzeit nicht bewohnbar. Grund seien neben den Rauchgasen auch das eindringende Löschwasser. Die Feuerwehr bestätigt dies. Die Bewohner der anderen Hälfte konnten aber zurück in ihre Wohnungen.

"Das macht uns Sorgen"


Zur Brandursache könne man noch keine Aussage treffen. "Wir ermitteln jetzt im fünften Dachstuhlbrand in Wolfenbüttel. Das macht uns wirklich Sorgen", betont Oppermann. Allerdings ermittele man in alle Richtungen. Man könne nichts ausschließen. Die Spezialisten der Polizei haben die Ermittlungen am Brandort aufgenommen. In diesem Zusammenhang bittet die Polizei um die Mithilfe der Bevölkerung: "Wenn Sie verdächtige Beobachtungen machen oder gar unbekannte Personen in Treppenhäusern feststellen, informieren sie bitte umgehend Ihre Polizei unter der Telefonnummer: 05331 / 933-0 oder auch über den Notruf 110!"

Wieder ziehen Rauchwolken über die Stadt.
Wieder ziehen Rauchwolken über die Stadt. Foto: Werner Heise


Wie kam der Täter ins Haus?


Bei den Anwohnern rätselt man, wie ein möglicher Brandstifter am helllichten Tag in Haus kommen konnte. Der Eingang über den Innenhof sei gut einsehbar. Vor den Eingängen säßen eigentlich regelmäßig Menschen. Fremde würden stets angesprochen.

Von der Drehleiter aus löscht die Feuerwehr die immer wieder auflodernden Flammen. Der Dachstuhl des Hauses ist komplett niedergebrannt.
Von der Drehleiter aus löscht die Feuerwehr die immer wieder auflodernden Flammen. Der Dachstuhl des Hauses ist komplett niedergebrannt. Foto: Werner Heise


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