Zum Schutz der Artenvielfalt: Geschwindigkeit auf L629 wird reduziert

Die Geschwindigkeitsbegrenzung soll dazu beitragen, die Feuersalamander und andere Amphibien zu schützen und die Verkehrsopferzahl zu reduzieren

Symbolbild
Symbolbild | Foto: Marc Angerstein

Wolfenbüttel. Auf der Landstraße L629, zwischen dem Ortsausgang Erkerode und den großen Teichen Richtung Tetzelstein im Elm, gilt von Mitte Mai bis Ende September eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h. Darüber informierte der Landkreis Wolfenbüttel.



Bei dieser Strecke handelt es sich um eine der bedeutsamsten Amphibien-Wanderstrecken im Landkreis Wolfenbüttel. Die immense Artenvielfalt und Anzahl der Amphibien bringen strenge und besonders geschützte Arten, wie zum Beispiel den Kammmolch, den Springfrosch und den Feuersalamander, hervor.

Schutz für Amphibien


Die Feuersalamander-Population im Elm ist landesweit bedeutsam, allerdings ist sie durch ihre Lebensweise mit langer Aktivitätsphase im Landlebensraum nahe der Landesstraße, besonders durch den Straßenverkehr bedroht. Die Wabe, in der die Feuersalamander sich reproduzieren und leben, verläuft parallel zur Landstraße. Die Tiere jagen während der Sommermonate auch tagsüber, vor allem nach langen Trockenphasen und bei einsetzendem Regen, vermehrt entlang der Straße sowie im Bereich der Hausteiche hinter der Reitlingstalgaststätte.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung soll dazu beitragen, die Feuersalamander und andere Amphibien zu schützen und die Verkehrsopferzahl zu reduzieren. Durch verringerte Geschwindigkeiten werden zudem Strömungsdrücke der vorbeifahrenden Autos vermindert, die für die Amphibien ebenfalls tödlich sind.

Über Feuersalamander


Die Feuersalamander-Population im Elm ist landesweit bedeutsam
Die Feuersalamander-Population im Elm ist landesweit bedeutsam Foto: Pixabay


Die aus Europa stammende Amphibienart lebt bevorzugt in größeren Laub- und Mischwaldgebieten mit naturnahen Bachläufen und Quellen meist in den Nischen von Höhlen, unter Totholz oder zwischen Felsen. Sie sind überwiegend nachtaktiv, nach langen trockenen Phasen, sieht man die Tiere aber auch tagsüber. Ihre Hauptlaichzeit ist witterungsbedingt zwischen Anfang März bis in den Mai. Die Larvenzeit erstreckt sich bis in den September. Die Feuersalamander sind nicht nur durch den Straßenverkehr bedroht, auch die Zerstörung ihrer Lebensräume und die Salamanderpest sind eine Gefahr für die Amphibien.

Charakteristisch für den Feuersalamander ist sein Aussehen. Das individuelle, auffällige gelb-orange-schwarze Zeichnungsmuster der Tiere ist einzigartig und besonders schön anzusehen. Trotzdem sollte der Feuersalamander nicht angefasst werden. Die Tiere produzieren ein Hautsekret, das bei Gefahr abgesondert wird und Hautreizungen auslöst.

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