Von Frauen für Familien: Erfolgskonzept Stadtteilmütter

18 Frauen haben ihre Schulung als Stadtteilmütter abgeschlossen und erhielten heute feierlich ihre Zertifikate.

Oberbürgermeister Dennis Weilmann (oben, 4. v. l.) und Stadträtin Iris Bothe (oben, 9. v. l.) übergaben die Zertifikate an die erfolgreichen Teilnehmerinnen.
Oberbürgermeister Dennis Weilmann (oben, 4. v. l.) und Stadträtin Iris Bothe (oben, 9. v. l.) übergaben die Zertifikate an die erfolgreichen Teilnehmerinnen. | Foto: Stadt Wolfsburg

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Wolfsburg. Der Elternbrief aus der Schule kommt auf Deutsch. In der Kita steht ein wichtiges Gespräch an. Und plötzlich sind da viele Fragen: Was bedeutet das? An wen kann ich mich wenden? In solchen Momenten sind die Stadtteilmütter in Wolfsburg oft die erste Anlaufstelle, wie die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung berichtet. Sie erklären, begleiten und hören zu – verständlich, persönlich und auf Augenhöhe.



18 Frauen haben nun die aktuelle Stadtteilmütter-Schulung der Stadt Wolfsburg abgeschlossen. Bei einer Feier im Hallenbad – Kultur am Schachtweg erhielten sie am heutigen Donnerstag ihre Zertifikate. Über ein Schuljahr hinweg befassten sich die Teilnehmerinnen mit Bildung, Sprachförderung, Gesundheit, Erziehung und interkultureller Kommunikation. Parallel sammelten sie praktische Erfahrung in Schulen, Kitas und Familienzentren – dort, wo Familien im Alltag konkrete Unterstützung brauchen.

„Die Stadtteilmütter stehen für das, was Wolfsburg ausmacht: Zusammenhalt, Offenheit und gegenseitige Unterstützung“, sagt Oberbürgermeister Dennis Weilmann. „Sie helfen Menschen dabei, in unserer Stadt anzukommen und sich einzubringen. Dieses Engagement ist ein wichtiger Beitrag für das Miteinander in Wolfsburg.“

Unterstützung aus eigener Erfahrung


Viele Teilnehmerinnen wüssten selbst, wie herausfordernd ein Neuanfang ist – mit neuer Sprache, unbekannten Abläufen und vielen offenen Fragen. Genau das mache sie für andere Familien nahbar und glaubwürdig, so die Stadt. Die Stadtteilmütter begleiten Eltern zu Gesprächen in Schulen und Kitas, organisieren Elterncafés und helfen, passende Beratungsangebote zu finden. Daraus entstehen oft erste Kontakte, mehr Sicherheit im Alltag und neues Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten.

Bei der Abschlussveranstaltung präsentierten die Teilnehmerinnen ein eigenes Theaterstück, persönliche Beiträge aus der Schulung und kulturelle Darbietungen. „Die Stadtteilmütter erreichen Familien auf eine Weise, die klassische Angebote allein nicht leisten können“, sagt Iris Bothe, Dezernentin für Jugend, Bildung, Integration und Soziales. „Sie vermitteln Orientierung, stärken das Selbstvertrauen vieler Frauen und machen Teilhabe ganz praktisch möglich.“

Gewinn für Schulen, Kitas und Nachbarschaften


Seit dem Start 2009 wurden in Wolfsburg mehr als 260 Frauen aus zahlreichen Nationen qualifiziert. Viele engagieren sich danach ehrenamtlich weiter, beginnen eine Ausbildung oder finden den Einstieg ins Berufsleben. Auch Schulen und Kitas erleben die Unterstützung als wertvoll: Die Stadtteilmütter helfen, Hemmschwellen abzubauen und Eltern stärker in den Bildungsweg ihrer Kinder einzubeziehen. „Gute Bildung braucht Vertrauen und eine enge Zusammenarbeit mit den Familien“, erklärt Christoph Andacht, Geschäftsbereichsleiter Schule. „Die Stadtteilmütter schaffen Zugänge und bauen Unsicherheiten ab. Das unterstützt Kinder unmittelbar in ihrer Entwicklung.“

„Es ist bereichernd zu sehen, wie engagierte Frauen zusammenkommen, sich weiterentwickeln und an Selbstbewusstsein gewinnen. Jede bringt eigene Stärken mit und findet im gemeinsamen Prozess neue Perspektiven für ihren Weg“, unterstreicht Zahra Abbassi, Leiterin der Stadtteilmütter-Schulung. Das Interesse am Projekt bleibe groß; auch für die kommende Schulung lägen bereits zahlreiche Anmeldungen vor.