Königslutter. Der Elm ist für viele Menschen aus der Region ein beliebtes Ausflugsziel. Das weitläufige Waldgebiet bietet unzählige Wanderwege und Erholung in nahezu unberührter Natur. Doch auch vielen Wildtieren bietet er einen Rückzugsort. Die Waldgaststätte Tetzelstein machte kürzlich über die sozialen Medien auf ein paar außergewöhnliche Waldbewohner aufmerksam.
Ein junger Besucher der Waldgaststätte konnte im Elm nahe des Tetzelsteins einen besonderen Schnappschuss machen. Auf dem Bild, das er aus einiger Entfernung aufnehmen konnte, ist ein Rudel Damwild zu sehen. So weit, so normal für einen Wald – doch inmitten der gewöhnlichen hellbraunen Tiere befanden sich auch einige weiße, genauer gesagt weiße Hirschkühe.
Aberglaube bietet besonderen Schutz
Um weißes Damwild ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen. In vielen Kulturen gelten weiße Hirsche als Zeichen für Reinheit, göttliche Führung und Unsterblichkeit. Auch mit Magie wurden sie immer wieder in Verbindung gebracht. Der bekannteste Mythos rührt aus der Jagd: Einem alten Aberglauben zufolge dürfen weiße Hirsche nicht geschossen werden. Wer es dennoch tut, riskiert demnach, dass er selbst oder ein nahes Familienmitglied stirbt.
Das hat es mit der weißen Farbe auf sich
Auch wenn weißes Damwild die Menschen seit jeher zu zahlreichen Legenden inspiriert hat – so selten, wie man meinen könnte, sind die Tiere gar nicht. Das berichtet auch der Staatsbetrieb Sachsenforst auf seiner Homepage. Die weiße Fellfarbe kommt demnach bei Damwild sehr häufig vor – in der Natur weist sie jeder zehnte Damhirsch auf. In halbdomestizierter Haltung wurden die Tiere teilweise sogar bewusst so gezüchtet. Unter besonderem Schutz stehen die Tiere in der Jagd übrigens nicht – vom Aberglauben einmal abgesehen.
Rücksichtnahme wichtig
Wer das weiße Damwild einmal selbst beobachten möchte, braucht vor allem eines: Viel Glück. Denn die Tiere sind äußerst scheu und besonders im Frühjahr sehr vorsichtig. Spaziergänger sollten Rücksicht nehmen und unbedingt auf den Wegen bleiben, insbesondere bei Begegnungen mit Waldbewohnern aller Art. Hunde dürfen während der laufenden Brut- und Setzzeit grundsätzlich nur an der Leine geführt werden. Die Waldgaststätte Tetzelstein weist zudem darauf hin, dass es an den Parkplätzen und Wanderwegen immer wieder zu wilden Müllablagerungen und groben Verschmutzungen kommt – diese können für die Tiere sehr gefährlich werden.


