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Zu wenig Zeit im Abi: Mathe-Klausuren um einen Notenpunkt angehoben

Der Entscheidung vorausgegangen war eine mehrschrittige Evaluation des diesjährigen Verlaufs der Abiturklausuren.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Pixabay

Niedersachsen. Die Bewertung der schriftlichen Abiturprüfung im Fach Mathematik wird generell um einen Notenpunkt angehoben. Das geht aus einer Pressemitteilung des Kultusministeriums hervor. "Die diesjährigen Mathematik-Klausuren waren zu bewältigen - aber von den meisten Prüflingen nicht in der dafür vorgesehenen Zeit", erklärte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne am heutigen Freitag in Hannover.


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Der Entscheidung vorausgegangen war eine mehrschrittige Evaluation des diesjährigen Verlaufs der Abiturklausuren: Das Kultusministerium hatte analysiert, ob sich signifikante Abweichungen der Klausurergebnisse vom Vorjahr beziehungsweise den Vornoten abzeichnen und hierfür die Erstkorrekturen der Klausuren aller rund 16.300 Prüflinge im Fach Mathematik ausgewertet. Darüber hinaus wurden Stellungnahmen der Fachkommission Mathematik, eines weiteren Experten für die Aufgabenerstellung im Fach Mathematik, sowie des Verbands zur Förderung des MINT-Unterrichts (MNU) einbezogen.

Weniger Notenpunkte als 2021


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Julia Seidel


Die umfassende Auswertung des Rücklaufs der Erstkorrekturen zeigt, dass der vorläufige Durchschnitt der schriftlichen Abiturprüfungen im Fach Mathematik über alle Schulformen und Anforderungsniveaus im Jahr 2022 bei 6,4 Notenpunkten gegenüber 7,5 im Jahr 2021 liegt. Festgestellt wurde zudem eine signifikante Abweichung von 0,6 Notenpunkten gegenüber den Vorabiturklausuren. Auf grundlegendem Anforderungsniveau zeichnet sich ein Durchschnitt von 5,4 Notenpunkten ab, auf erhöhtem von 6,8 Notenpunkten.

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Die Fach- und Experteneinschätzungen kommen zu dem Schluss, dass die Aufgabenstellungen inhaltlich zwar voll im Einklang mit den Standards und vom Schwierigkeitsgrad her angemessen gewesen seien. Allerdings wird ein zu großer Zeitbedarf für das Lösen der Aufgaben beziehungsweise der zu hohe Umfang der Prüfungsaufgaben moniert. Da alle Prüflinge mit dem Zeitmangel zu kämpfen hatten, sei die Anhebung es für Minister Tonne "gleichermaßen fair wie angemessen".

Da im Prüfungsjahr 2022 dieselben Rahmenbedingungen gegolten hätten wie im Jahr zuvor, gelte es, das Mathematik-Abitur des Jahres 2022 einer eingehenden Nachbearbeitung zu unterziehen, um herauszufinden, an welcher Stelle es gehakt habe. Zudem sei festzustellen, dass es "regelmäßig, ausschließlich und länderübergreifend in Mathematik zu Klagen und Kritik kommt. Das muss und das wird erneut Konsequenzen haben", so Tonne. Vor allem die den Ländern zur Verfügung gestellten Aufgaben respektive deren Verdichtung sei zu hinterfragen.

Das ändert sich 2023


Für das Abitur 2023 wird es in Niedersachsen Änderungen geben. Die Prüflinge im schriftlichen Abitur werden 30 Minuten mehr Zeit erhalten und der Umfang der von den Prüflingen erwarteten Leistungen wird reduziert. Die Qualitätskontrollen bei der Aufgabenerstellung werden überprüft und möglicherweise abgeändert. Insbesondere das Verfahren der "Testrechungen" der Aufgaben steht auf dem Prüfstand.

Aufgabenformate sollen dergestalt angepasst werden, dass Teilaufgaben auch unabhängig voneinander zu bearbeiten und zu lösen sind. Der Hinweis, dass es Teilaufgaben gab, die nicht unabhängig von der erfolgreichen Bearbeitung anderer Teilaufgaben gelöst werden konnten wegen fehlender Zwischenergebnisse, soll in Zukunft Berücksichtigung finden.


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