Zukunftsplan 2030 beschlossen: VW streicht 50.000 Stellen

Der Konzern befindet sich in einer schweren Krise. Für zehntausende Beschäftigte bedeutet das nun den Verlust ihrer Arbeitsplätze.

Das VW-Werk am Mittellandkanal in Wolfsburg (Archivbild).
Das VW-Werk am Mittellandkanal in Wolfsburg (Archivbild). | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Wolfsburg. Der Aufsichtsrat der Volkswagen Group hat heute dem Zukunftsplan 2030 des Konzernvorstands einstimmig zugestimmt. In der Automobilindustrie und ihren Märkten, die sich schneller und grundlegender verändern als je zuvor, stelle die Volkswagen Group damit die Weichen für einen nachhaltigen und langfristigen Erfolg des Unternehmens, wie es in einer Pressemitteilung des Konzerns vom heutigen Abend heißt.



Der Zukunftsplan 2030 schaffe die Voraussetzungen, um die Volkswagen Group und ihre Marken leistungsfähiger, wettbewerbsstärker und zukunftsorientierter aufzustellen. Gemeinsam mit den Marken, Gesellschaften und Arbeitnehmervertretern werde der Konzernvorstand geschlossen die notwendigen Maßnahmen vorantreiben. Der Zukunftsplan 2030 sei das strategisch tiefgreifendste Transformationsprogramm in der Geschichte der Volkswagen Group.

Das ist geplant


Zwölf Initiativen sollen den Konzern und seine Marken unter anspruchsvollen Wettbewerbsbedingungen noch robuster und wettbewerbsfähiger aufstellen: Zum einen sollen die finanziellen Grundlagen gestärkt, zum anderen bis 2035 die Modellpalette um rund 50 Prozent gestrafft werden. Ein konzernweites Programm für Operative Exzellenz soll zudem für deutlich höhere Effizienz, bessere Abläufe, mehr Geschwindigkeit und eine spürbare Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sorgen. Außerdem soll es schlankere Führungsstrukturen, klare Verantwortlichkeiten und kürzere Entscheidungswege geben.

Vier Werke nicht wettbewerbsfähig


Zusätzlich soll die Produktionsstruktur wettbewerbsfähig werden. Der Konzern will für die europäischen Werke bis Ende Juni 2027 ein mit dem Zielbild zu vereinbarendes Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur entwickeln. Für die Werke Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm könne aktuell keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet werden. Der Konzern will nun parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten für diese Werke prüfen.

50.000 Stellen fallen weg


Des Weiteren sei über die bestehenden Programme hinaus eine weitere grundlegende Anpassung der weltweiten Personalkapazitäten notwendig, um die Ziele des Transformationsprogramms zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswagen Group zu sichern. Angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbsdrucks, veränderter Nachfragestrukturen und des technologischen Wandels in der Automobilindustrie sei eine konsequente Anpassung der Personalkapazitäten an die wirtschaftliche Realität unabdingbar. Das Unternehmen will daher rund 50.000 Stellen konzernweit abbauen.

Diese Maßnahmen wurden außerdem beschlossen


In Nordamerika konzentriere sich der Volkswagen Konzern zudem künftig auf die profitabelsten Segmente. Das China-Geschäft passe der Konzern an die veränderte Erwartung an das Gesamtwachstum des chinesischen Automobilmarkts an und baue das Exportgeschäft in Richtung „globaler Süden“ aus.

Zudem soll ein Modell für eine fortentwickelte Entscheidungs- und Konzernstruktur des Volkswagen Konzerns entwickelt werden. Zusätzlich soll das Beteiligungsportfolio verschlankt und Kapital gezielter eingesetzt werden.