Region. Seit Jahrzehnten ist die Beliebtheit des Autos in Deutschland ungebrochen. Für die einen ist es ein liebgewonnenes Hobby, das leidenschaftlich gehegt und gepflegt wird, für die anderen ist es schlichtweg unverzichtbar, um im Alltag an das Ziel zu kommen. Dabei haben es Autofahrer derzeit nicht leicht – so plagen beispielsweise Besitzer von Verbrennern immer weiter steigende Benzinpreise. Im kommenden Jahr gibt es außerdem einige Änderungen, die Autofahrer kennen sollten.
Auch 2027 geht der große Führerscheintausch weiter. Zunächst sind all jene betroffen, die ihre Fahrlizenz zwischen 2002 und 2004 erworben haben – sie müssen ihren "Lappen" bis zum 19. Januar umgetauscht haben. Danach beginnt die Umtauschfrist für Führerscheine, die in den Jahren 2005 bis 2007 ausgestellt wurden. Hier läuft die Frist bis zum 19. Januar 2028. Hintergrund ist, dass Führerscheine künftig EU-weit fälschungssicher und einheitlich sein sollen. Eine Ausnahme gilt für Menschen, die vor 1953 geboren wurden – sie haben bis zum 19. Januar 2033 Zeit für den Umtausch.
Der Führerschein soll günstiger werden
Eine weitere Änderung betrifft ebenfalls den Führerschein. Er soll künftig günstiger werden, denn die Kosten für seinen Erwerb sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Mit einer umfassenden Reform will die Bundesregierung dem entgegenwirken. So sollen Fahrschulen unter anderem mehr digitalen Unterricht anbieten und der Fragenkatalog für die Theorieprüfung soll ausgedünnt werden. Außerdem ist geplant, die Anzahl der Sonderfahrten zu verringern und Übungsfahrten mit vertrauten Begleitpersonen zu ermöglichen. Wann genau die Reform in Kraft tritt, wurde jedoch noch nicht bekanntgegeben. Aktuell durchläuft das Gesetzespaket noch das parlamentarische Verfahren.
Tanken wird wieder teurer
Seit dem 1. Oktober ist der neue Tankrabatt in Kraft, doch schon zum 31. Dezember ist damit wieder Schluss, sofern die Regierung nicht noch etwas anderes beschließt. Das bedeutet steigende Preise an den Zapfsäulen ab Januar. Zwar gibt es Pläne für einen sogenannten Spritpreisdeckel, beschlossen ist jedoch nichts. Keine Steigerung gibt es bei der CO2-Abgabe – sie wurde Mitte des Jahres eingefroren, wodurch es vorerst bei einem Aufschlag von 15,7 bis 18,6 Cent pro Liter Kraftstoff bleibt.
Mehr Ladesäulen und kontaktloses Bezahlen
Gute Nachrichten gibt es hingegen für Besitzer von E-Autos: Künftig müssen Hotels, Einzelhandel und Gewerbeimmobilien mehr Lademöglichkeiten anbieten. Bereits seit 1. Januar 2025 gilt eine grundlegende Mindestpflicht für bestehende Gebäude, diese wird ab 1. Januar 2027 verschärft. An allen öffentlichen Ladesäulen mit mehr als 50 kW Ladeleistung muss zudem künftig kontaktloses Bezahlen möglich sein – für neu errichtete Ladesäulen galt dies schon seit April 2024. Ältere Ladesäulen müssen nun nachgerüstet werden.
Bargeldobergrenze beim Autokauf
Bargeld ist in Deutschland nach wie vor enorm beliebt. Doch bei Autokäufen von gewerblichen Händlern gibt es ab Juli 2027 eine wichtige Änderung: Der Kaufpreis kann ab diesem Zeitpunkt nur noch bis 10.000 Euro in bar beglichen werden. Ist das neue Fahrzeug teurer, muss die Zahlung des Restbetrags bargeldlos erfolgen. Eine Aufteilung des Kaufpreises in mehrere Teile, um das Limit zu umgehen, ist nicht erlaubt. Bereits ab einem Betrag von 3.000 Euro wird es zudem eine Ausweis- und Nachweispflicht geben. Autohändler werden verpflichtet, die Personalien zu prüfen, zu dokumentieren und mindestens fünf Jahre lang zu speichern.
Verschärfte Verfolgung von Verkehrssündern
Autofahrer, die im EU-Ausland Verkehrsverstöße begehen, sollen spätestens ab dem 20. Juli 2027 konsequenter grenzüberschreitend verfolgt werden. Grundlage ist eine neue EU-Richtlinie zum Informationsaustausch. Bislang scheiterte die Verfolgung oft beispielsweise an bürokratischen Hürden. Spätestens ab Ende 2028 kommt zudem das EU-weite Fahrverbot: Autofahrer, gegen die in einem EU-Staat ein Fahrverbot verhängt wird, dürfen dann auch in allen anderen Mitgliedsstaaten nicht mehr fahren.

