Region. Die Winterreifen sind montiert, das Auto ist für die kalte Jahreszeit gerüstet. Doch plötzlich leuchtet ein gelbes Symbol im Cockpit auf: ein stilisierter platter Reifen mit Ausrufezeichen. Dahinter muss nicht unbedingt eine Reifenpanne stecken. Darauf weist jetzt der TÜV Nord Wolfenbüttel-Halchter in einer Pressemitteilung hin.
Eine weitere Erklärung für das Aufleuchten des Warnsymbols: Auch sinkende Temperaturen oder eine notwendige Neueinstellung des Reifendruckkontrollsystems könnten die Warnung auslösen, teilt der TÜV mit. Seit November 2014 ist ein solches System für alle neu zugelassenen Pkw Pflicht. Marc Winkler, Leiter der TÜV NORD Station Wolfenbüttel-Halchter, erklärt, warum die Anzeige gerade in der kalten Jahreszeit aufleuchten kann und wann Handlungsbedarf besteht.
Kälte lässt den Reifendruck sinken
Mit fallenden Temperaturen verändert sich auch der Luftdruck im Reifen. Pro zehn Grad Unterschied kann er um etwa 0,1 bar abnehmen. Ist der Druck ohnehin schon niedrig, löst das in der Regel die Warnmeldung aus. „Ein weiterer möglicher Grund ist der Wechsel auf Winterräder“, sagt Winkler. Bei indirekt messenden Systemen muss die Elektronik nach dem Radwechsel meist neu initialisiert werden. Direkt messende Systeme arbeiten dagegen mit Sensoren in den Rädern. Bei einem zweiten Radsatz müssen diese zum Fahrzeug passen und je nach Modell zunächst erkannt oder angelernt werden.
Erst prüfen, dann zurücksetzen
„Wer eine Reifendruckwarnung erhält, sollte nicht einfach die Anzeige zurücksetzen, sondern zuerst den tatsächlichen Luftdruck an allen vier Reifen kontrollieren“, rät der Stationsleiter. Am besten prüfen Autofahrende den Druck bei kalten Pneus und gleichen ihn mit den Herstellervorgaben ab. Diese finden sich meist in der Bedienungsanleitung, am Türholm oder auf der Innenseite des Tankdeckels. Fehlt Luft, muss der Druck entsprechend korrigiert werden. Erst wenn die Werte stimmen, sollte das Kontrollsystem, sofern erforderlich, neu initialisiert werden.
Bei starkem Druckverlust oder sichtbaren Reifenschäden sollten Autofahrende nicht einfach weiterfahren. Lässt sich die Ursache vor Ort nicht sicher beheben, hilft der Pannendienst. Auch wiederkehrende Warnmeldungen verdienen Aufmerksamkeit. „Ein schleichender Luftverlust ist besonders tückisch, weil der Reifen von außen noch unauffällig aussehen kann. Wer immer wieder Luft nachfüllen muss, sollte Reifen und Ventile in einer Werkstatt überprüfen lassen“, erklärt Winkler. Stimmt der Luftdruck, die Warnleuchte erscheint aber trotzdem immer wieder, kann eine Störung des Kontrollsystems dahinterstecken.
Grundsätzlich gilt: Die elektronische Reifendrucküberwachung ist eine wichtige Sicherheitshilfe, ersetzt aber nicht die regelmäßige Kontrolle des Luftdrucks.

