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"Braunschweig Nazistadt!": Neonazis demonstrierten am Cyriaksring

Etwas mehr als zwanzig Teilnehmer einer Kundgebung der rechtsextremen Kleinstpartei "die Rechte" demonstrierten am heutigen Sonntagabend am Cyriaksring. Ihre Überzeugungen machten sie dabei mehr als deutlich.

von Niklas Eppert


Etwas mehr als 20 Teilnehmer konnte die Rechte am Cyriaksring versammeln. Zu Ausschreitungen kam es nicht.
Etwas mehr als 20 Teilnehmer konnte die Rechte am Cyriaksring versammeln. Zu Ausschreitungen kam es nicht. Foto: Werner Heise

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19.12.2020

Braunschweig. Mit etwas mehr als zwanzig Teilnehmer hielt die rechtsextreme Kleinstpartei am heutigen Samstag am Cyriaksring eine Kundgebung ab, bei der es zu Rufen wie "Braunschweig Nazistadt" kam. Einige hundert Meter entfernt am Johannes-Selenka-Platz hielt das Bündnis gegen Rechts seine Gegendemonstration ab. Am Ende kam es nur zu verbalen Zusammenstößen, weitere Ausschreitungen gab es bislang keine.



"Braunschweig Nazistadt!", riefen die Teilnehmer der rechtsextremen Kundgebung deutlich hörbar den Gegendemonstranten entgegen, die in Kleingruppen und unabhängig von der eigentlichen Gegendemonstration des Bündnisses gegen Rechts am Cyriaksring entlangliefen. Zuvor war die Gegendemonstration offiziell ohne Vorkommnisse zu Ende gegangen, nachdem die Veranstaltungsbehörden einen Marsch der Veranstaltung in Richtung des Cyriaksring untersagt hatte.

Einige Wenige ließen sich davon offenbar nicht abbringen: Als sie am Ort des Geschehens ankamen, begannen sie Parolen wie "Alerta, alerta, Antifascista" zu rufen. Die Polizei, die ihrerseits mit Sprüchen belegt wurde, trennte die Gruppen jedoch durch bloße Anwesenheit. Die Neonazis machten jedoch ihr Gedankengut mit ihrer Antwort deutlich. Gut hörbar riefen sie mehrmals "Braunschweig Nazistadt!" über den Block der Polizei hinweg.

Keine gewaltsamen Zusammenstöße


Von gewaltsamen Zusammenstößen blieb Braunschweig jedoch verschont. Nach einiger Verwirrung um diverse Anmeldungen und Verschiebungen von Demonstration und Gegendemonstration, blieben beide Gruppen schließlich an den ihnen zugewiesenen Plätzen. Die Kleinstpartei "Die Rechte" konnte etwas mehr als 20 Teilnehmer versammeln, während die Polizei die Zahl der Gegendemonstranten auf 180 schätzte. Das Bündnis gegen Rechts selbst gab 250 Besucher an.

Beide Versammlungen endeten ohne weitere Vorkommnisse, vom Wortgefecht einmal abgesehen. Die Besucher der Gegendemonstration verließen ihren Platz selbstständig gegen 17:15 Uhr, während die Polizei die Neonazis gegen 17:50 Uhr in die Straßenbahn brachte, die diese direkt zum Bahnhof fuhr.


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