Angetanzt und ausgeraubt - wie oft kommt das in Braunschweig vor?

von Robert Braumann


Symbolbild: A. Donner
Symbolbild: A. Donner | Foto: Anke Donner



Braunschweig. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) berichtete Anfang des Jahres, dass es in Hannover vermehrt Taschendiebe gäbe, die angetrunkenen Gäste von Diskotheken oder Kneipen sehr nahe kämen, sie antanzen würden, um diesen dann Geldbeutel oder Handy zu stehlen. Auch in Braunschweig ist dieses Phänomen bekannt. Erst am Wochenende wurde ein weiterer Fall bekannt. (regionalHeute.de berichtete). Dennoch kommt es nach Aussage der Polizei recht selten vor.

"Das sogenannte Antanzen zur Begehung von Trick- und Taschendiebstählen ist nicht neu. 32 Diebstähle mittels "Antanzens" wurden letztes Jahr in Braunschweig durch 43 Tatbeteiligte begangen. Dabei wurden 18 Tatverdächtige aus dem nordafrikanischen Raum ermittelt", so Polizeipräsident Michael Pientka. Außerhalb von Lokalitäten werden überwiegend junge Männer durch „Antanzen“, „Anrempeln“, spontanes Hochheben und weiteres abgelenkt. Nach einem unauffälligen Körperkontakt sind dann zumeist Geldbörse oder Smartphone weg, teilten die Ermittler Heinz-Werner Laue und Jens Zeiler mit, die sich diesem Bereich in Braunschweig widmen.



Die Fallzahlen der Taschendiebstähle liegen in Braunschweig bei über 800 und steigen seit einigen Jahren, so die Experten der Ermittlungseinheit Taschendiebstahl. Im Vergleich würden auf das "Antanzen" also ein relativ geringer Anteil fallen. Aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Landes-CDU, geht zudem hervor, dass auch in ganz Niedersachsen die Fallzahlen bei dieser Masche eher gering sind. "Für das Jahr 2015 wurden insgesamt 375 Antanzdelikte mit Tatort Niedersachsen recherchiert. Diese Fallzahl wurde auf der Grundlage der Eingangsmeldungen und im Rahmen noch laufender polizeilicher Ermittlungsverfahren generiert", so das Ministerium.

Relativ geringer Anteil


"Im Jahr 2014 wurden in Niedersachsen 7.436 Taschendiebstähle polizeilich registriert. Im Vergleich dazu wird offensichtlich, dass die 375 für das Jahr 2015 recherchierten Antanzdelikte einen vergleichsweise kleinen Anteil am Phänomenbereich des Taschendiebstahls haben" heißt es weiter. Zu den 375 Antanzdelikte wurden insgesamt 501 Tatverdächtige ermittelt. Im Rahmen der polizeilichen Ersteingabe wurde bisher erst bei 160 Tatverdächtigen eine Nationalität erfasst. Am häufigsten wurden folgende Nationalitäten erfasst: Algerien 76, Marokko 35, Deutschland 13, Tunesien 9, Syrien 6. Zu den 160 Tatverdächtigen sei bei 101 Personen der Status „Asylbewerber" erfasst.


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