Betriebe am Abgrund wegen Dauerbaustellen? So soll die Stadt ihnen helfen

Geschäfte und Restaurants leiden teilweise unter den Dauerbaustellen. Eine Ratsgruppe will ihnen mit Geldern aus der Stadtkasse unter die Arme greifen.

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Am Hagenmarkt herrscht seit fast einem Jahr Baustellenbetrieb in Dauerschleife.
Am Hagenmarkt herrscht seit fast einem Jahr Baustellenbetrieb in Dauerschleife. | Foto: Matthias Kettling

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Braunschweig. Langzeitbaustellen in Braunschweig: Sie nerven nicht nur Anwohner und Verkehrsteilnehmer, sie können für Wirtschaftsbetriebe auch zu einer echten Bedrohung werden. Zumindest die Laufkundschaft bricht oftmals ein, weil diese während der Bauphase eben andere Routen bevorzugt. Der Wirtschaftsausschuss der Stadt soll sich jetzt mit einer Sofortmaßnahme beschäftigen, die solchen Unternehmen finanziell unter die Arme greift. Das fordert zumindest die Gruppe BIBS/Robert Glogowski.



regionalHeute.de hatte unter anderem über die Schwierigkeiten eines Restaurants am Hagenmarkt berichtet. Das ist nur ein Beispiel für einen Betrieb, der wegen einer Dauerbaustelle eine große Hürde vor der Nase hat. Am Bültenweg finden sich weitere Beispiele. "Die Stadt Braunschweig verfügt über eine Vielzahl gleichzeitig laufender Baustellen, die erhebliche Einschränkungen für Erreichbarkeit, Kundenfrequenz und wirtschaftliche Aktivität in innenstadtnahen Bereichen verursachen", schreibt die Fraktion BIBS/Robert Glogowski in ihrem Antrag, der am kommenden Donnerstag auf der Tagesordnung im städtischen Wirtschaftsausschuss steht.

Kleinen Unternehmen geht vermehrt die Laufkundschaft aus


Betroffen seien demnach insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe, die in besonderer Weise auf Laufkundschaft und eine uneingeschränkte Zugänglichkeit angewiesen sind, heißt es im Antrag weiter.

Mit einer "Sofortmaßnahme zur Unterstützung baustellenbetroffener Unternehmen" sollen solche Betriebe jetzt Hilfe bekommen. Die Antragsteller verweisen auf den Baustellenfonds der Stadt Braunschweig – ein Musterbeispiel für solche Situationen. Schon in der Vergangenheit konnten Unternehmen darüber finanzielle Hilfen beantragen, wenn sie druch Baustellen schlechter zu erreichen waren. Doch dieses bereits mehrmals aktivierte Instrument ruht derzeit. Im Haushaltsplan stehen derzeit keine Mittel für den Baustellenfonds zur Verfügung. "Eine Bewilligung von Anträgen ist deshalb derzeit nicht möglich", heißt es derzeit auf der Homepage der Stadt Braunschweig.

Die Gruppe BIBS/Glogowski fordert in ihrem Antrag daher auch, im laufenden Haushalt entsprechende Mittel bereitzustellen oder eine überplanmäßige Ausgabe durch den Rat der Stadt Braunschweig genehmigen zu lassen. Mit einer zusätzlichen Anfrage an die Stadt will die Ratsgruppe zudem erfahren, wie viele Betriebe im Umfeld von Baustellen bereits am Abgrund stehen oder aufgeben mussten. Schließlich, so heißt es in der Anfrage, tragen die betroffenen Betriebe die wirtschaftlichen Folgen dieser Baustellen vollständig allein.