Braunschweig. Eine eigene Betriebs-Kita zu unterhalten, das lohnt sich offenbar für Volkswagen Financial Services (VW FS) nicht mehr. Mit den Frechen Daxen unter dem Dach der VW-Tochter ist jetzt wohl Schluss. Die Stadt Braunschweig übernimmt.
So geht es aus einer Beschlussvorlage aus dem städtischen Jugendhilfeausschuss hervor, die bei der Sitzung am gestrigen Donnerstag beschlossen worden ist. Von den ursprünglich zehn Kita-Gruppen, die komplett von VW FS getragen wurden, übernimmt die Stadt Braunschweig durch den Beschluss jetzt sieben. Ab dem neuen Kita-Jahr im kommenden August laufen diese Gruppen unter der Regie der Stadtverwaltung. Zwei andere Gruppen waren schon zuvor von VW FS in die städtische Förderung gewechselt. Weiterhin sollen aber 55 Plätze für "Betriebs-Kinder" vorgehalten werden.
VW Financial Services: Mitarbeiter melden weniger Bedarf an Kita-Plätzen an
In der Begründung zur Beschlussvorlage heißt es, dass VW FS bereits im Laufe des Jahres 2025 der Stadt signalisiert habe: Die Mitarbeiter melden immer weniger Bedarf an Betriebs-Kitaplätzen an. Der Bedarf sei zunehmend stark rückläufig. Die Stadt wiederum ist verpflichtet, den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz sicherzustellen.
Dabei hatte bis zuletzt eben VW FS stark mitgeholfen und seit 2008 in der Betriebskita, in der zudem ein überdurchschnittlicher Betreuungsschlüssel herrscht und es ein bilinguales Angebot gibt, reichlich Plätze zur Verfügung gestellt und zu 100 Prozent über den Konzern selbst finanziert. Dadurch habe die Stadt seitdem rund 14,7 Millionen Euro gespart, heißt es in der Beschlussvorlage.
Nun gehen diese Kita-Gruppen in die städtische Förderung über. Das kostet die Stadt gut 1,15 Millionen Euro pro Jahr. Es handele sich dabei aber nicht um eine Unterstützung der VW FS sondern um eine Kooperation, die die Kinderbetreuungsbedarfe in dem Stadtbezirk und seinem Umkreis sicherstellt, unterstreicht die Verwaltung. Das Finanzunternehmen von der Gifhorner Straße zahlt zudem rund 475.000 Euro an die Stadt wegen der 55 vorgehaltenen Plätze für betriebliche Zwecke.
Kita-Neubau für Wenden könnte eingespart werden
Außerdem plant die Stadt damit, an anderer Stelle reichlich Geld zu sparen. So eröffne sich die Möglichkeit, die "hohen Investitionskosten für die perspektivischen Kita-Bedarfe" für das Baugebiet Wenden-West einzusparen. Ein ansonsten notwendiger Kita-Neubau könnte also sogar entfallen. Die Kinder aus den Baugebieten in Wenden könnten dann in der bisherigen Betriebs-Kita im Käferweg betreut werden.

