Braunschweig. Straßenumbenennungen sind in der Regel kein so leichtes Unterfangen. Oft bedeuten sie für die Anlieger erheblichen Aufwand und sorgen für entsprechenden Unmut. Anders in dem Fall, über den der Rat der Stadt in seiner Juni-Sitzung zu entscheiden hat. Hier gibt es nur einen Anlieger - und der ist die treibende Kraft hinter der Umbenennung.
Konkret geht es um einen Teil der Helmstedter Straße. Die Straßenfläche zwischen den Museumstorhäusern soll den Namen „Käthe-Buchler-Platz“ erhalten. Auf Initiative des dort ansässigen Museums für Photographie.
Anträge der Bezirksräte
Das Museum habe im Zusammenhang mit dem im Oktober 2026 anstehenden 150. Geburtstag der Braunschweiger Fotografin Käthe Buchler den Wunsch an die Verwaltung herangetragen, den genannten Bereich nach Buchler zu benennen. Die Stadtbezirksräte Mitte und Östliches Ringgebiet würden die Initiative unterstützen und hätten jeweils entsprechende Anträge gestellt.
Die Stadtverwaltung selbst hat keine Einwände. Die Benennung des Platzes unterstütze die Einhaltung der Ziele der Straßenbenennung wie die Sicherung einer einfachen und eindeutigen Orientierung sowie die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung - etwa bei Einsätzen von Rettungsfahrzeugen. Der Platz zwischen den Torhäusern, in denen sich die Museumsräume befinden, sei optisch gut als Platz erkennbar, auf der westlichen Seite durch die Okerbrücke und auf der östlichen Seite durch die vorhandene Straßenkreuzung begrenzt. Der Bereich sei daher insgesamt gut für eine separate Platzbenennung geeignet.
Wer war Käthe Buchler?
Die als Namensgeberin vorgeschlagene Käthe Buchler (geboren am 11. Oktober 1876, gestorben am 14. September 1930 in Braunschweig) begann im Jahr 1901 zu fotografieren. Sie richtete sich in ihrem Haus eine Dunkelkammer ein und besuchte Kurse an der Lette-Schule in Berlin, der einzigen Institution, die zur damaligen Zeit Frauen in Fotografie ausbildete, heißt es in der Beschlussvorlage. Käthe Buchler fand ihre Motive zunächst im privaten Bereich und wandte sich um 1906 auch Themen von öffentlichem Interesse zu.
Sie fotografierte unter anderem Alltag und Szenen des städtischen Straßen- und Marktlebens. Während des Ersten Weltkrieges hielt Käthe Buchler vor allem die karitative Arbeit von Frauen, ab 1916 auch den kriegsbedingten Einsatz von Frauen in Männerberufen fest. Viele ihrer Bilder gelten heute als aufschlussreiche Zeitdokumente, so die Verwaltung. Die Ehrung durch eine Platzbenennung, mit der ein dauerhaftes Gedenken an Käthe Buchler verbunden sein soll, werde daher als angemessen erachtet.
Aktivitäten zum 150. Geburtstag
Das Museum für Photographie Braunschweig beabsichtigt, die Platzeröffnung im Zusammenhang mit den Aktivitäten zum 150. Geburtstag der Fotografin, unter anderem einer Sonderausstellung von Käthe Buchlers Werk, mit einer Feierlichkeit zu begehen. Die Platzbenennung „Käthe-Buchler-Platz“ würde mit der Aufstellung des Platznamensschildes beziehungsweise mit der Eröffnung des Platzes wirksam.


