Braunschweig. Die Warenhaus-Kette Galeria strauchelt. In Braunschweig steht hinter dem Weiterbetrieb des altehrwürdigen Karstadt-Kaufhauses inmitten der Fußgängerzone in der Schuhstraße ein großes Fragezeichen. Erst recht, nachdem im März bekannt wurde, dass Galeria sich in mehreren Städten in Verhandlungen mit den jeweiligen Vermietern befindet, teilweise die Miete nicht bezahlen konnte. Auch in Braunschweig steht die Kette mit der Volksbank BRAWO, der Vermieterin, deswegen im Dialog. Sollte sich auch die Stadtverwaltung noch intensiver in diese Dinge einmischen? Diese Frage brachte die SPD-Fraktion jetzt in den Rat der Stadt ein.
In ihrer Anfrage betonte die SPD, dass "der Erhalt des Galeria-Standorts in der Schuhstraße von großer Bedeutung ist." So diene das Warenhaus als "Frequenzanker" des regionalen Einzelhandels. Außerdem gehe es um den Erhalt der Arbeitsplätze. Die Fraktion begrüße demnach, dass Oberbürgermeister Thorsten Kornblum sich direkt nach Bekanntwerden der Miet-Frage in Gespräche mit den Beteiligten begeben habe.
Stadt Braunschweig kann keine Finanzspritzen verteilen
Aber kann die Stadt nicht noch mehr tun und direkter auf diese Situation einwirken? Die Verwaltung, die jetzt bei der Ratssitzung ihre Antworten vorgelegt hat, erklärt darin, dass sie jedenfalls keine Finanzspritzen an die Kaufhaus-Kette verteilen könne. "Direkte finanzielle Hilfen für den Erhalt des Warenhauses sind auch aufgrund rechtlicher Vorgaben nicht möglich", heißt es dort. Die Verwaltung stehe aber "weiterhin jederzeit für Gespräche zur Stärkung des Standorts im Kontext der Innenstadtentwicklung bereit, wenngleich die Spielräume der Verwaltung zur Stabilisierung und Weiterentwicklung von Galeria selbst sehr begrenzt sind." Die Entscheidung über Schließung oder Fortbestand der Filiale obliegt letztlich dem Unternehmen.
Neben der Miete, die die Warenhaus-Kette zu zahlen hat, seien auch Zustand und Größe der Immobilie eine Herausforderung für den Mieter – also für Galeria. Das Kaufhaus ist in die Jahre gekommen. Eine etwaige Sanierung müsste wohl Galeria selbst tragen. Hohe weitere Kosten könnten dort also anstehen.
Die Stadtverwaltung versuche derweil, ein Umfeld zu schaffen, in "dem auch ein Warenhausbetrieb wirtschaftlich tragfähig bleibt." Dazu zählen eben alle Maßnahmen, die allgemein für eine attraktive und belebte Innenstadt sorgen. "Entscheidend ist eine tragfähige Zukunftsperspektive von Galeria für den Standort Braunschweig", teilt die Verwaltung mit.
Galeria-Standort Braunschweig schon länger in Gefahr
Dass Galeria schon länger schwächelt, ist bekannt. Nach Insolvenzen hatte es bereits Schließungen gegeben. Von den einst vier Standorten in Braunschweig – dazu zählten auch "Horten", Karstadt am Gewandhaus und das Sporthaus – ist ohnehin nur einer übrig geblieben. Die Verwaltung stehe bereits seit einigen Jahren in regelmäßigem Austausch mit den Verantwortlichen von Galeria für den Standort Braunschweig sowie mit der Volksbank BRAWO als Immobilieneigentümerin.
Erst im März 2026 haben sich Kornblum und Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa unmittelbar nach Bekanntwerden der Situation mit der Geschäftsführung sowie dem Betriebsrat von Galeria getroffen und auch mit dem Niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen gesprochen.

