Braunschweig. Die Sanierungsarbeiten am Rokoko-Pavillon in Stöckheim, südlich des Großen Weghauses an der Leipziger Straße, sind abgeschlossen. Das historische Gebäude aus dem 18. Jahrhundert steht den Bürgerinnen und Bürgern seit Anfang August wieder zur Nutzung zur Verfügung. Darauf weist die Stadt Braunschweig in einer Pressemitteilung hin.
Im Rokoko-Pavillon finden zum Beispiel Veranstaltungen des Arbeitskreises "Kultur vor Ort" statt. Zudem kann er privat angemietet werden.
Mit neuem Anstrich nicht getan
Geplant war, an der Straßenfassade und an der südlichen Gartenseite des Pavillons die Farbfassung zu erneuern, zeitlich parallel zur vorübergehenden Stadtbahnstilllegung. Die anderen Fassaden waren bereits zuvor restauriert worden. Untersuchungen der Bausubstanz des Pavillons brachten jedoch ans Licht, dass es mit einem neuen Anstrich nicht getan war.
Es wurden Holzreparaturen und Auswechslungen notwendig, um den Pavillon dauerhaft standsicher und nutzbar zu machen. Zimmerleute ertüchtigten Deckenbalken, Schwellhölzer und andere Holzbauteile. Einige mussten ganz ausgetauscht werden. Darüber hinaus wurde die schöne Stuckdecke des Innenraums retuschiert. Die Sanierung des Pavillons wurde von der Richard-Borek-Stiftung gefördert.
Zur Geschichte des Rokoko-Pavillons
Der Rokokopavillon muss in der Zeit von 1763 bis 1767 entstanden sein. Der Bauherr wird deshalb Commissionsrat Johann Heinrich Lutterloh gewesen sein, der damals Besitzer des Schriftsassenhofes war. Man vermutet, dass er den Landbaumeister Martin Peltier de Belfond mit seinem Stuckateur Guiseppe Buzzi mit dem Bau beauftragte.
Der Pavillon zeigt sich als schlichter Außenbau mit einem niedrigen steinernen Erdgeschoss, dem Fachwerkoberbau und dem geschweiften Dach. Das Obergeschoss bildet einen einzigen Raum, den der Besucher durch ein schrankähnliches Möbelstück betritt.
Der Kopf der Besitzerin?
Die Decke dieses Raumes wird durch eine reiche Stuckdekoration geziert. Um eine große und mit Pflanzenornamenten geschmückte Mittelrosette gruppieren sich in den vier Ecken der Decke allegorische Darstellungen der vier Jahreszeiten. Auf dem mit Ornamenten verzierten Kamin in einer Ecke des Raumes befindet sich ein Medaillon mit einem Frauenkopf. Wahrscheinlich ist dies das Bildnis der damaligen Besitzerin Catharina Dorothea Metzner.
Martin Peltier de Belfond wird auch den ausgedehnten Barockgarten gestaltet haben, von dem heute nur noch Reste vorhanden sind. Das Gebäude ist einmalig im Stadtgebiet Braunschweigs und unter Denkmalschutz gestellt.



