Braunschweig. Nach fünf intensiven, lebendigen und überaus erfolgreichen Jahren hat das Familienmuseum des Braunschweigischen Landesmuseums in St. Ulrici-Brüdern am 28. Juni 2026 seine Pforten geschlossen. Mit der Schließung geht zugleich eine erfolgreiche Kooperation zwischen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig und dem Braunschweigischen Landesmuseum für diesen geschichtsträchtigen Standort zu Ende. Das berichten die 3Landesmuseen in einer Pressemitteilung.
Seit der Eröffnung der Mitmach-Ausstellung „Bruneswic anno 1221“ habe sich die mittelalterliche Kirche zu einem beliebten Anlaufpunkt für Familien, Schul- und Kitagruppen entwickelt. Zum Abschied blickt das Museum mit rund 75.000 Besuchern auf eine positive Bilanz zurück.
Kontinuierlich weiterentwickelt
In den vergangenen fünf Jahren entwickelte sich das Familienmuseum kontinuierlich weiter. Das Konzept, Geschichte spielerisch, barrierearm und generationenübergreifend erlebbar zu machen, spiegelt sich deutlich in den Statistiken wider: Zu den größten Publikumsmagneten zählte 2023 die integrierte LEGO-Sonderausstellung „Hanse steinreich“, die zahlreiche Familien anlockte.
Kindergeburtstage entwickelten sich zu einem besonders gefragten Angebot. 2025 wurden so viele Geburtstage im Familienmuseum gefeiert wie an keinem anderen Standort des Braunschweigischen Landesmuseums zuvor. Die gute Nachricht: Auch während der Übergangszeit sind Kindergeburtstage im Braunschweigischen Landesmuseum weiterhin buchbar.
Zudem etablierte sich der Standort als verlässlicher außerschulischer Lernort, an dem konstant rund 120 Schulklassen pro Jahr begrüßt wurden. Zu den publikumsstärksten Veranstaltungen avancierten die regionalen Museumsnächte, die mit jeweils rund 500 Besuchen echte Highlights im Veranstaltungskalender markierten.
Generationenübergreifendes Publikum begeistert
Das Familienmuseum hat seine Kernzielgruppe der Kinder und Familien nicht nur erreicht, sondern darüber hinaus ein generationenübergreifendes Publikum begeistert. Die Altersspanne der Besucher reichte von Babygruppen mit Kindern unter einem Jahr bis hin zu Seniorengruppen über 80 Jahre. Während bei den jüngeren Gästen insbesondere das erstmals angebotene Mittelalter-Escape-Spiel für Kinder großen Anklang fand, überzeugte bei den Erwachsenen vor allem die Kostüm- und Erlebnisführung „Bei Wein und Kerzenschein durchs mittelalterliche Braunschweig“, die durch kulinarische Angebote ergänzt wurde.
Über die reinen Besucherzahlen hinaus entwickelte sich das Familienmuseum zu einem lebendigen sozialen Treffpunkt. Viele Stammbesucher kehrten regelmäßig zurück und nutzten das Angebot gemeinsam mit ihren Kindern zum Spielen, Entdecken und Verweilen. „Besonders berührt hat uns, wie viele Familien immer wiedergekommen sind und das Museum zu einem festen Bestandteil ihres Alltags gemacht haben“, sagt Museumspädagoge Torsten Poschmann. „Diese Verbundenheit zeigt, dass wir nicht nur Wissen vermitteln, sondern echte Erlebnisse schaffen konnten.“
Außergewöhnlich lange Aufenthaltsdauer
Besonders bemerkenswert war auch die außergewöhnlich lange Aufenthaltsdauer: So verbrachten beispielsweise bei der jüngsten Museumsnacht zahlreiche Familien bis zu vier Stunden durchgehend in den Ausstellungsräumen – ein Hinweis auf die hohe Aufenthaltsqualität der Ausstellung, betonen die 3Landesmuseen.
„Fünf Jahre Familienmuseum in St. Ulrici-Brüdern zeigen, was möglich ist, wenn Institutionen Hand in Hand arbeiten“, betont Museumsdirektorin Dr. Heike Pöppelmann. „Mein herzlicher Dank gilt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig für diese großartige und vertrauensvolle Kooperation an diesem besonderen Ort." Dass dieses Projekt ein solcher Publikumsmagnet wurde, verdanke man dem unermüdlichen und kreativen Einsatz des Teams, das die Geschichte der Stadt immer wieder neu und lebendig erzählt hat.
"Auch wenn wir diesen Abschied mit einem wehmütigen Auge sehen, blicken wir voller Vorfreude auf das neue Kapitel im Landesmuseum Hinter Aegidien. Wir gestalten die neue Location so, dass sich Familien, Kinder und alle Neugierigen dort vom ersten Moment an genauso zu Hause und wohlfühlen werden wie in St. Ulrici-Brüdern“, versichert die Direktorin.
„Bruneswic anno 1226“ ab November 2026
Nach dem Abschied vom Standort St. Ulrici-Brüdern schlägt das Familienmuseum im Braunschweigischen Landesmuseum Hinter Aegidien ein neues Kapitel auf: Ab November 2026 lädt die neue Mitmach-Ausstellung „Bruneswic anno 1226“ zu einer Zeitreise ins mittelalterliche Braunschweig ein. Den Auftakt bildet der erste große Bereich, die „Dombaustelle“. Das Braunschweigische Landesmuseum freut sich darauf, sowohl langjährige Stammgäste als auch neue Besucher in dieser neuen Phase willkommen zu heißen.


