Braunschweig. Wie können Drohnen Einsatzkräfte in gefährlichen Situationen unterstützen und schnell ein zuverlässiges Lagebild liefern? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Drone Challenge Brunswick, ein gemeinsamer Innovationswettbewerb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der VolkswagenStiftung. Bei einem Auftaktsymposium am DLR-Standort Braunschweig haben die Veranstalter jetzt die konkreten Wettbewerbsaufgaben vorgestellt. Der Wettbewerb, bei dem Studierende und Start-ups aus ganz Deutschland antreten, findet vom 27. bis 29. April 2027 statt, wie das DLR jetzt in einer Pressemitteilung ankündigt.
„Wenn Einsatzkräfte in Gefahrenlagen schnell handeln müssen, sind zuverlässige Informationen entscheidend. Drohnen und intelligente Systeme können hier einen wichtigen Beitrag leisten. Mit der Drone Challenge Brunswick bringen wir die Forschungskompetenz des DLR, die innovativen Ideen des Nachwuchses und die Erfahrungen aus der Einsatzpraxis zusammen. Gemeinsam, insbesondere mit unseren Stakeholdern, wollen wir Technologien voranbringen, die Einsatzkräfte wirksam unterstützen und dazu beitragen, Menschenleben zu schützen“, sagte Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR.
Mit Drone-Challenge Ideen weiterentwickeln
„Mit der Drone Challenge Brunswick erhalten Studierende und junge Unternehmen die Möglichkeit, ihre Ideen unter realen Bedingungen weiterzuentwickeln und sich mit Wissenschaft, Wirtschaft sowie potenziellen Anwenderinnen und Anwendern zu vernetzen. Solche Formate stärken den Innovationsstandort Niedersachsen und zeigen, wie aus Forschung und Kreativität konkrete Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entstehen. Gleichzeitig fördern sie den wissenschaftlichen Nachwuchs und schaffen wichtige Impulse für den Transfer neuer Technologien in die Praxis“, sagt Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur.
„Bevölkerungsschutz braucht technologische Lösungen, die nicht nur im Labor funktionieren, sondern sich unter realistischen Bedingungen bewähren. Die Drone Challenge Brunswick bringt dafür wissenschaftliche Expertise, unternehmerischen Erfindergeist und die Erfahrung aus der Einsatzpraxis zusammen. So können aus innovativen Ideen konkrete Anwendungen werden – und junge Talente erhalten die Chance, ihr Können praxisnah einzubringen und zugleich Verantwortung für eine sichere Gesellschaft zu übernehmen“, sagt Dr. Georg Schütte, Vorstand der VolkswagenStiftung.
Praxisnahe Aufgaben für die zivile Sicherheit
Neben Fachvorträgen und einer Besichtigung des Drohnenkäfigs erhielten die Teilnehmenden beim Symposium die Aufgaben der Challenge. In einem fiktiven Szenario sollen Drohnensysteme Einsatzkräfte bei der Erkundung eines urbanen Gefahrenbereichs unterstützen.
Für die Aufgabe, deren Ergebnisse Ende April 2027 bei der Challenge vorgestellt werden, müssen die Teams zunächst potenziell gefährliche Objekte wie Fahrzeuge und Waffen erkennen und lokalisieren. Anschließend gilt es, eine flüchtige Person aufzuspüren und ihre Position zu bestimmen. Die gewonnenen Informationen sollen automatisiert zu einem digitalen Lagebild zusammengeführt und an die Einsatzkräfte übermittelt werden. Anhand der Positionsdaten soll zudem eine weitere, vom DLR bereitgestellte Drohne eingewiesen werden.
Die Anforderungen steigen im Verlauf des dreitägigen Wettbewerbs im April 2027: Auf eine statische Präsentation der entwickelten Systeme folgen zwei Flugtage mit den unterschiedlichen Aufgaben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf einem möglichst hohen Automatisierungsgrad.
Sowohl das Symposium als auch der Wettbewerb und seine Aufgaben wurden von den DLR-Instituten für Flugführung und für Flugsystemtechnik konzipiert und ausgearbeitet. Begleitet wird die Drone Challenge Brunswick von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), darunter Polizeien von Bund und Ländern, Verbände des Deutschen Roten Kreuzes, Feuerwehren und die Seenotrettung. Sie bringen ihre Erfahrungen aus der Einsatzpraxis ein und unterstützen so die Entwicklung anwendungsorientierter Lösungen.
90.000 Euro Preisgeld für innovative Drohnenlösungen
Die Drone Challenge Brunswick bietet den Teams die Gelegenheit, ihre Entwicklungen unter praxisnahen Bedingungen zu erproben, einem Fachpublikum zu präsentieren und Kontakte zu potenziellen Partnern zu knüpfen.
Eine unabhängige Jury aus Industrie und Einsatzpraxis bewertet die Wettbewerbsbeiträge. Auf die drei bestplatzierten Teams warten Preisgelder von insgesamt 90.000 Euro.
Mit der Drone Challenge Brunswick wollen die Veranstalter innovative Technologien für den Bevölkerungsschutz fördern und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Sicherheitsorganisationen langfristig stärken.

