Braunschweig. Der Haushaltsausschuss des Niedersächsischen Landtages hat am gestrigen Mittwoch 7,5 Millionen Euro für die Anschaffung eines neuen Hochleistungsrechners an der Technischen Universität Braunschweig freigegeben. Die Investition teilen sich der Bund und das Land Niedersachsen, das seinen Anteil von 3,75 Millionen Euro über das Landesprogramm zukunft.niedersachsen finanziert, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD-Landtagsabgeordneten Annette Schütze.
Annette Schütze, Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur, begrüßt die Entscheidung und erklärt:„Braunschweig zählt zu den forschungsstärksten Regionen Europas, aber Spitzenforschung braucht auch das passende Werkzeug. Mit den 7,5 Millionen Euro bringen wir unsere Universität auf das nächste technische Level. Der neue Supercomputer liefert den nötigen Schub für Projekte, an denen konkrete Zukunftsthemen hängen – vom leisen und emissionsfreien Flugzeugantrieb über innovative Festkörperbatterien bis hin zu verlässlicher KI im Straßenverkehr.“
Budget vervierfacht
Die Neuanschaffung löst den bisherigen Rechnerverbund „PHOENIX“ aus dem Jahr 2017 ab, der seit Jahren chronisch überlastet und technisch am Limit ist. Für die Forschenden bedeutet der Generationswechsel einen echten Sprung: Das Budget vervierfacht sich, der Speicherplatz wächst auf das Zehnfache – insgesamt 5 Petabyte –, und modernste Grafikprozessoren (GPUs) beschleunigen das Trainieren großer KI-Modelle. Davon profitieren Kernbereiche wie das Luftfahrt-Exzellenzcluster SE²A, die Battery LabFactory (BLB) und das Institut für Nachrichtentechnik.
Rückgrat der landesweiten Recheninfrastruktur
Zugleich werde Braunschweig zum Knotenpunkt für das gesamte Bundesland. Im Verbund Hochschule.digital Niedersachsen bilde die TU künftig zusammen mit Göttingen und Hannover das Rückgrat der landesweiten Recheninfrastruktur. Rund 36 Prozent der Rechenzeit stehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von Hochschulen aus ganz Niedersachsen zur Verfügung. Außerdem koordiniert die TU Braunschweig federführend die landesweiten Support-Teams, die Forschende beim Umgang mit großen Sprachmodellen und moderner Software schulen.
Auch ökologisch gehe der Serverpark neue Wege: Die Prozessoren werden direkt mit Wasser gekühlt. Die anfallende Wärme geht nicht verloren, sondern wird über Wärmepumpen vollständig in das lokale Nahwärmenetz des Campus-Nord eingespeist. Betrieben wird das System zu 100 Prozent mit Ökostrom.
Annette Schütze bilanziert: „Dass dieser Rechner gigantische Datenmengen verarbeitet und gleichzeitig den Campus wärmt, zeigt modernen Klimaschutz in der Praxis. Hier fließt das Geld genau an die richtige Stelle: Wir sichern die digitale Unabhängigkeit unserer Wissenschaft und stärken Niedersachsens Forschungslandschaft nachhaltig.“
Hintergrund
Die Förderung erfolgt als Forschungsgroßgerät nach Art. 91b Grundgesetz auf Empfehlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Installation im Rechenzentrum am Bienroder Weg soll Ende 2026 bzw. Anfang 2027 starten.

