Braunschweig. Der Verein Forum Industriekultur präsentiert am Dienstag, 28. April, um 18 Uhr den Vortrag "Fremdarbeiter bei Büssing - NAG 1935 bis 1945" von Dr. Eckhard Fischer. Die Veranstaltung wird in der Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße stattfinden. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung Pflicht, teilt der Verein in einer Pressemeldung mit.
Dr. Eckhard Fischer gibt in seinem etwa zweistündigen Vortrag Einblicke in die Arbeitswelt in Zeiten des Nationalsozialismus und ihre Auswirkungen: Mit Beginn des Krieges im September 1939 verstärkte sich das Problem des Arbeitskräftemangels in den deutschen Betrieben. Dies wurde auch bei der Firma Büssing – NAG und ihrer Tochtergesellschaft, den Niedersächsischen Motorenwerken Braunschweig-Querum, deutlich. Immer mehr Fachkräfte wurden zur Wehrmacht eingezogen. Um die Produktion für die kriegswichtigen Produkte aufrechtzuerhalten, wurden Arbeitskräfte eingestellt, die umgangssprachlich in der Firma als Fremdarbeiter bezeichnet wurden. Zu deren Unterbringung wurden eigens Lager eingerichtet.
Arbeitslager in der Schuntersiedlung
Zum Beispiel das Lager Schuntersiedlung, das ein Arbeitslager für ausländische Zivilarbeiter war. 1941 wurde dieses Lager als Gemeinschaftslager für Frauen zwischen Lauditzkamp und Admiral-Scheer-Straße (heute Mergestraße) errichtet. Es wurde von der Deutschen Arbeitsfront verwaltet. Es umfasste vier Wohnbaracken aus Holz. Das Lager konnte 1942 200 Frauen aufnehmen, die bei den Niedersächsischen Motorenwerken arbeiteten.
Das Arbeitslager Vechelde (ehemalige Jutespinnerei) war ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme. Das Lager bestand von Mitte September 1944 bis Ende März 1945. 400 männliche Gefangene waren mit der Produktion von Kraftfahrzeugersatzteilen, Hinterachsfertigung und Vorderachsfertigung für Büssing – NAG beschäftigt. Das Lager wurde im März 1945 aufgelöst, nachdem durch Bombenschäden bei Büssing die Produktion eingestellt werden musste.
Infos und Anmeldung unter www.forum-industriekultur.de/veranstaltungen.

