Braunschweig. Der Verein Forum Industriekultur präsentiert am Sonntag, 26. April, um 15 Uhr eine besondere Zu-Fuß-Führung durch die Brumme-Siedlung in Bienrode. Hier werde ein Teil der Braunschweiger Geschichte wieder lebendig, heißt es in einer Pressemeldung des Vereins. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist Pflicht.
Wie auf den Resten einer demontierten Rüstungsfabrik neues Leben entstand, lässt sich in der sogenannten „Brumme-Siedlung“ in Bienrode entdecken. Der etwa zweieinhalbstündige Rundgang durchmisst den Zeitraum 1937 bis 1974: vom Aufbau einer Flugzeugproduktion für die nationalsozialistischen Kriegsziele bis zum Schlussspurt der Gemeinde vor der ungewollten Eingemeindung zur Stadt Braunschweig.
Der Weg zur wirtschaftlich kraftvollen Großgemeinde
In wechselnden Perspektiven beleuchtet Stadtteilheimatpfleger Uwe Day den mühevollen Weg vom kleinen Bauern- und Handwerkerdorf mit einer benachbarten Luftwaffenschmiede zu einer wirtschaftlich kraftvollen Großgemeinde mit mehr als 2.000 Einwohnern.
"Gold" aus sandigen Böden
Dabei erfahren die Teilnehmer, warum sich das Dorf vom Steuerreichtum in der NS-Zeit wenig kaufen konnte, welche Goldgräberstimmung „Schrott“ in den Nachkriegsjahren auslöste, weshalb der Gemeinderat „Luther&Jordan“ zu enteignen versuchte, wie mithilfe der katholischen Kirche Bienrodes Weg in die Zukunft freigemacht wurde, welche Rolle ein Braunschweiger Architekt und Siedlungsplaner dabei spielte und welche zeittypischen sozial-ästhetischen Muster in der Siedlungsplanung und den Bau- und Wohnstilen zum Ausdruck kamen, welches „Gold“ dafür aus den sandigen Böden der ehemaligen Spargelfelder gefördert werden musste und wie die Entstehung des neuen Ortsteiles auf die Modernisierung des Ursprungsdorfes zurückwirkte.
Der Treffpunkt ist Waggumer Straße, Ecke Pappelallee.
Infos und Anmeldung unter www.forum-industriekultur.de/veranstaltungen.

