Häusliche Gewalt: Opfer, Täter und die Rolle der Psyche

In Braunschweig trafen sich Fachleute, um über die Verbindung von häuslicher Gewalt und psychischen Beeinträchtigungen zu diskutieren.

Serena Stamer, Fabienne Theinert, Detlev Rust, Josefine Leis, Hartmut Linde, Sophia Hühnlein, Dr. Isabel Englert, Dr. Astrid-Christine Mitschke, Mareike Knappe, Thomas Ring und Lisa Rackow (v. li.).
Serena Stamer, Fabienne Theinert, Detlev Rust, Josefine Leis, Hartmut Linde, Sophia Hühnlein, Dr. Isabel Englert, Dr. Astrid-Christine Mitschke, Mareike Knappe, Thomas Ring und Lisa Rackow (v. li.). | Foto: Polizei

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Braunschweig. Psychische Beeinträchtigungen können sowohl Ursache als auch Folge häuslicher Gewalt sein. Mit diesem Schwerpunkt beschäftigte sich die 13. interdisziplinäre Fachtagung „Häusliche Gewalt“, die die Generalstaatsanwaltschaft Braunschweig gemeinsam mit der Polizeidirektion Braunschweig am heutigen Donnerstag ausrichtete. Das berichten beide Organisatoren in einer Pressemitteilung.



Unter dem Leitgedanken „Besondere Herausforderungen durch psychische Beeinträchtigungen“ kamen rund 180 Fachkräfte aus Justiz, Polizei, Gesundheitswesen, Opferhilfe, Beratungsstellen, Jugendhilfe, Sozialdiensten, Wissenschaft und weiteren Einrichtungen in Braunschweig zusammen, um aktuelle Entwicklungen, Unterstützungsangebote und Perspektiven für die Praxis zu diskutieren.

Wie mit Tätern umgehen?


Nach der Begrüßung durch Thomas Ring, Polizeipräsident der Polizeidirektion Braunschweig, und Detlev Rust, Generalstaatsanwalt der Generalstaatsanwaltschaft Braunschweig, standen zwei eng miteinander verbundene Perspektiven im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung: Zum einen die Situation von Betroffenen, die als Folge häuslicher Gewalt zusätzlich unter psychischen Belastungen oder Erkrankungen leiden. Zum anderen die Frage, wie mit Tätern umgegangen werden kann, bei denen psychische Erkrankungen eine Rolle spielen.

Das Programm der Tagung griff diese Themen aus unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln auf. Beiträge zur psychosozialen Prozessbegleitung zeigten auf, wie Opfer während eines Strafverfahrens unterstützt werden können. Weitere Vorträge beleuchteten die Arbeit des Frauenhauses München, die Strukturen des Trauma-Netzwerks Niedersachsen sowie psychiatrisch-psychologische Perspektiven auf häusliche und innerfamiliäre Gewalt.

"Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe"


Polizeipräsident Thomas Ring betonte: „Die Bekämpfung häuslicher Gewalt ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gerade bei komplexen Fragestellungen wie psychischen Beeinträchtigungen zeigt sich, wie wichtig das engagierte Zusammenwirken unterschiedlicher Professionen und Institutionen ist. Nur gemeinsam können wir bestehende Unterstützungsstrukturen weiterentwickeln und nachhaltige Lösungen für die Menschen in unserer Region schaffen.“

Generalstaatsanwalt Detlev Rust erklärte: „Strafverfolgung hat nach den gesetzlichen Regelungen primär die Täter im Fokus. Um Beeinträchtigungen von Opfern zu lindern, gibt es deshalb inzwischen Angebote diverser Institutionen. Deren Angebote zum Schutz und zur Unterstützung müssen gerade bei psychischen Beeinträchtigungen von Betroffenen häuslicher Gewalt passgenau wirken. Deshalb ist es notwendig, die unterschiedlichen fachlichen Erfahrungen und Perspektiven zusammenzuführen.“

Intensiver fachlicher Austausch


Die diesjährige Fachtagung bot Raum für einen intensiven fachlichen Austausch und lieferte wertvolle Anregungen, um Unterstützungs- und Hilfsangebote im Bereich häuslicher Gewalt weiterzuentwickeln, so das Fazit der Veranstalter.

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