Insolvenzverfahren: Wie geht es bei dieser legendären Disko jetzt weiter?

Die Dax-Bierbörse steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Doch noch ist die Hoffnung nicht verloren.

von


Symbolfoto.
Symbolfoto. | Foto: Pixabay

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Braunschweig. Viele Gaststätten, die teilweise über Jahrzehnte zum Braunschweiger Nachtleben dazu gehörten, gibt es nicht mehr. Einige legendäre Namen wie das "Jolly Joker" oder der "Tango Tanzpalast" sind längst von der Bildfläche verschwunden. Ein anderer Platzhirsch der Szene steht jetzt vor einer schweren Zeit: Der Betreiber der Dax-Bierbörse hat Insolvenz angemeldet.



Es hatte sich bereits in den vergangenen Wochen abgezeichnet, dass es der Party-Location in der Küchenstraße finanziell nicht gut geht. Eine privat organisierte Spendenaktion ist schon seit Ende April auf dem Portal gofund.me online. Dort heißt es im Begleittext: "Wir wissen, was diese Stadt ausmacht – und dazu gehören auch Orte wie die Dax Bierbörse. Und genau dieser Ort steht jetzt auf der Kippe. So wie immer mehr Läden verschwinden."

Dax-Betreiber beantragt Insolvenzverfahren


Nun hat Gökhan San als Geschäftsführer für die BMV Gaststättenbetriebsgesellschaft, die ausschließlich das Dax in Braunschweig betreibt, Insolvenz beantragt. Diesen Mittwoch hat das Amtsgericht die vorläufige Verwaltung des Vermögens der Gesellschaft angeordnet. Die rund 30 betroffenen Mitarbeiter habe der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Henning Bosse am Anfang der Woche über den Prozess informiert, berichtet der Braunschweiger Rechtsanwalt im Gespräch mit regionalHeute.de. Dabei sei es insbesondere auch um das Insolvenzgeld gegangen, das die Gehälter der kommenden drei Monate absichert.

Disko-Betrieb in der Dax-Bierbörse geht erstmal weiter


Bei seinem Gespräch mit den Mitarbeitern habe er den Eindruck gewonnen, dass das Dax "über ein gut eingespieltes Team" verfüge. Der Betrieb der Diskothek soll vorerst wie gehabt fortgeführt werden.

In den kommenden Wochen und Monaten werde Bosse versuchen, „eine langfristige Standortsicherung“ zu erreichen. "Dazu werden wir viele Gespräche führen – auch mit Investoren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten", zeigt der vorläufige Insolvenzverwalter auf.

Zu den Gründen, die zur derzeitigen Situation geführt haben, will der vorläufige Insolvenzverwalter derzeit noch nichts sagen – ebensowenig zu den finanziellen Details. In der öffentlich einsehbaren Bilanz lässt sich zumindest ablesen, dass bei der BMV-Gesellschaft für die Jahre 2022 und 2023 ein Verlust von insgesamt gut 180.000 Euro zu Buche steht.

Den Betrieb langfristig zu sichern – das war auch das Ziel der Spendenaktion auf dem Portal gofund.me. Von den dort angestrebten 100.000 Euro fehlt aber noch eine ganze Menge. Bislang sind etwas mehr als 1.000 Euro an Spenden zusammengekommen. Nun steht also mit dem Insolvenzverfahren die nächste Chance an, eine langfristige Lösung für die Braunschweiger Traditionsdisko zu finden.