Braunschweig. Es glich einem Schock für die Braunschweiger Taxi-Landschaft. Im März dieses Jahres hatte sich herausgestellt, dass die Braunschweiger Taxenzentrale GmbH & Co. KG zahlungsunfähig ist (regionalHeute.de berichtete). Ein Insolvenzverfahren für das Traditionsunternehmen wurde Anfang April eröffnet. Doch jetzt gibt es offenbar eine Lösung.
So ist es dem Insolvenzverwalter Tobias Hartwig gelungen, eine Übernahmelösung für die insolvente Braunschweiger Taxenzentrale zu realisieren und alle Arbeitsplätze zu erhalten. Das teilt die deutschlandweit aktive Kanzlei Schultze & Braun, für die Hartwig tätig ist, auf Anfrage von regionalHeute.de mit
Braunschweiger Taxiunternehmen wird fortgeführt
Demnach habe die Braunschweiger Löwentaxi GmbH zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. April alle Assets, also die Bestandteile der Unternehmensmasse, übernommen. Dazu zählen unter anderem die bekannten, einprägsamen Telefonnummern (0531) 5991, 44444 und 55555. Außerdem gehörte der Unternehmensstandort an der Saarbrückener Straße in Lehndorf dazu. Auch alle sechs Arbeitsverhältnisse wurden übernommen.
Die Gesellschaft Löwentaxi wurde zu diesem Zweck von Braunschweiger Taxiunternehmern neu gegründet. „Es freut mich sehr, dass es auf den letzten Metern doch noch gelungen ist, eine tragfähige Lösung für das Braunschweiger Traditionsunternehmen zu realisieren“, sagt Tobias Hartwig.
Berichterstattung hat für Interesse gesorgt
Die Berichterstattung in den Medien hätte dazu geführt, dass diverse regionale und überregionale Unternehmen bei Hartwig Interesse an der Braunschweiger Taxenzentrale angemeldet hatten, teilt die Kanzlei mit. Mehrere gaben auch konkrete Angebote ab. Mit Blick auf die Gesamtgemengelage setzte sich das Angebot der Braunschweiger Löwentaxi GmbH durch.
Die insolvente Taxenzentrale war zuvor in arge finanzielle Schwierigkeiten geraten. Ob unter anderem dafür der ehemalige Geschäftsführer, der Anfang des Jahres seinen Posten aufgegeben hatte, eine besondere Verantwortung trägt, klärt derzeit auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig. Diese bestätigte auf Anfrage von regionalHeute.de, dass sie ein Ermittlungsverfahren wegen des Tatverdachts der Insolvenzverschleppung führe. Dieses sei ein komplexes Verfahren, in das neben den Juristen auch Wirtschaftsfachleute eingebunden seien und das daher entsprechend Zeit in Anspruch nehme. Die Ermittlungen dauern an.

