Braunschweig. Sie war einst ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltungskultur in Braunschweig: die Stadthalle am Leonhardsplatz. Von der Schallplatten- oder Aquarienbörse über Karnevalspartys, politische Großveranstaltungen oder städtische Empfänge bis hin zu Konzerten und Comedy, hier fand alles einen passenden Rahmen.
Doch das war einmal. Seit mehreren Jahren finden keine nennenswerten Veranstaltungen mehr statt. Seit Juli 2024 ruht der Betrieb bis auf ein paar spezielle Baustellenkonzerte endgültig. Die nötige umfassende Sanierung stellte sich als ein größeres Problem dar. Inzwischen scheint die Sache allerdings auf einem guten Weg.
Die letzten Veranstaltungen
Öffentliche Publikumsveranstaltungen finden in der Halle schon länger nicht mehr statt. In der Corona-Zeit diente sie noch als Ausweichquartier für den Rat der Stadt sowie als Impfzentrum. Auch wurden hier zu Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 ankommende Flüchtlinge untergebracht. Aber bereits im Oktober 2021 wurde öffentlich bekannt gegeben, dass aus Sicherheitsgründen eine Nutzung für Veranstaltungen nicht mehr in Frage komme. Aufgrund der zu dieser Zeit geltenden Coronabeschränkungen waren diese aber sowieso rar gesät.
Bereits 2017 hatte ein umfassendes Sanierungskonzept mit entsprechendem Ratsbeschluss vorgelegen. Das Problem: Auch nach mehrmaliger EU-weiter Ausschreibung hatte sich kein Totalunternehmer gefunden, der das Projekt stemmen wollte. Dass das 1965 fertiggestellte Gebäude noch während der bereits laufenden Planung unter Denkmalschutz gestellt wurde, machte die Sache nicht einfacher. Statt wie geplant Wiedereröffnung zu feiern, mussten 2022 dann die Weichen komplett neu gestellt werden. Die Stadt nahm die Sache selbst in die Hand.
Start der Sanierung
Es wurde die Struktur-Förderung Braunschweig GmbH gegründet, die neben der Sanierung der Stadthalle auch andere Projekte verantwortet, wie etwa die Stiftshöfe in der ehemaligen Burgpassage. Seit Anfang 2023 liefen die Planungen auf Hochtouren und im August 2024 konnte endlich der Start der Sanierungsarbeiten offiziell gefeiert werden.
Die große Herausforderung dieses Projekts sei die Entwicklung des historischen Stadthallengebäudes zu einer Veranstaltungsstätte der Zukunft mit höchsten Ansprüchen an Klimaschutz, Barrierefreiheit und Wirtschaftlichkeit, ohne dabei den Denkmalwert zu reduzieren, heißt es auf der Internetseite der SFB. Für die Umsetzung des Projektes sind 140 Millionen Euro veranschlagt und eine Bauzeit von vier Jahren vorgesehen. 2028 soll die runderneuerte Halle wieder an den Start gehen. Ein näheres Zeitfenster wird nicht genannt.
Zieht wieder Leben ein?
Zuletzt hatte sich die SFB Ende April dieses Jahres zu Wort gemeldet und von einem Asbest-Zwischenfall berichtet. Doch Auswirkungen auf den Zeitplan habe dies nicht. Man kann daher hoffen, dass irgendwann im Jahr 2028 wieder Leben in die Stadthalle einziehen wird.

