"Seebrücke Braunschweig" ruft zu Kundgebung auf

Die Gruppe fordert Solidarität mit den Flüchtlingen in Moria

Symbolfoto
Symbolfoto | Foto: Johann Fetköter für die SEEBRÜCKE Braunschweig

Braunschweig. Die Seebrücke Braunschweig und der Verein refugium Flüchtlingshilfe rufen für den 20. September um 15 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Schlossplatz auf! Die Kundegebung wird unter dem Motto "Moria brennt: Wir haben Platz! Evakuiert die Lager!" abgehalten. Die Mitteilung dazu veröffentlichen wir unkommetiert und ungekürzt.


Die Seebrücke erklärt ihre Kundgebung: "Nachdem alle Warnungen, dass das Lager Moria auf Lesbos nicht ausreichend auf mögliche Katastrophen vorbereitet wäre, monatelang ignoriert worden sind, ist das Lager in der letzten Woche durch mehrere Feuer beinahe vollständig abgebrannt. Zuletzt mussten dort noch knapp 13000 Menschen unter widrigsten Bedingungen ausharren. Das Lager war ursprünglich für nicht einmal 3000 Menschen ausgelegt. Diese Menschen übernachten nun schon seit vielen Tagen unter freiem Himmel und haben keinen bzw. kaum Zugang zu Trinkwasser oder Nahrung. Die griechischen Behörden vor Ort verwehren Hilfsorganisationen die Möglichkeit, den Menschen zu helfen, um diese zu erpressen, "freiwillig" in ein neues Camp zu ziehen. Dort würde ihnen eine Situation wie vor dem Brand drohen.
Wir fordern die sofortige Evakuierung dieser Menschen und die Aufnahme in Deutschland! Die von Horst Seehofer zunächst angekündigte Aufnahme von 150 Minderjährigen ist einfach nur zynisch, die von der Bundesregierung genannte Zahl von gut 1500 Menschen (Stand: 15.09.) ist immer noch viel zu niedrig! Zumal diese Menschen gar nicht alle aus Moria kommen sollen.

Deutschland könnte ohne Probleme alle ehemaligen Bewohner*innen des Lagers Moria aufnehmen, über 170 Städte und Kommunen haben sich zu Sicheren Häfen und damit zur Aufnahme Geflüchteter bereit erklärt. Auch die vom niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius in Aussicht gestellte Zahl von 500 Menschen, die Niedersachsen aufnehmen könnte, müsste höher sein. Viele niedersächsischen Kommunen, darunter auch Braunschweig, haben ihre Bereitschaft signalisiert, Geflüchtete aus Moria aufzunehmen. Die von Horst Seehofer seit jeher herbeigesehnte europäische Lösung ist nach wie vor nicht in Sicht. Deutschland muss JETZT handeln, um eine weitere Zuspitzung dieser humanitären Katastrophe zu verhindern!

Das Lager Moria war zudem nur eines von vielen an der europäischen Außengrenze, in denen es den Menschen kaum besser geht. Jede sogenannte Kompromisslösung, die nur einen Teil der Schutzsuchenden berücksichtigt, ist Politik, die auf Kosten von Menschenleben gemacht wird!

Statt Symbolpolitik fordern wir echte Solidarität! Wir rufen am 20.09. um 15 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Schlossplatz in Braunschweig auf, um im Rahmen des dezentralen Aktionswochenende des Bündnis SEEBRÜCKE für ein Ende der europäischen Abschottungspolitik und für die sofortige Evakuierung aller Lager an den europäischen Außengrenzen und die Verteilung der Menschen auf aufnahmebereite Kommunen zu fordern! Wir haben Platz!"


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