Braunschweig. Im Rahmen des niedersächsischen Landeswettbewerbs "Klima kommunal 2026" ist die Stadt Braunschweig am gestrigen Donnerstag für das Projekt "Co-adapted Braunschweig – durch Co-Creation gemeinsam an den Klimawandel anpassen (COABS)" mit dem Preis "Klima-Leuchtturm 2026" ausgezeichnet worden. Das berichtet die Stadt Braunschweig in einer Pressemeldung.
Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Ziel des Beteiligungsprojektes war die gemeinschaftliche Vorbereitung einer Klimaanpassungsstrategie für die Stadt. Zusätzlich wurde mit dem "Projektinkubator Kommunale Wärmeplanung" auch ein Klimaschutzprojekt der Stadt lobend erwähnt. Braunschweig wurde bereits in den letzten Wettbewerbsrunden 2016, 2022 und 2024 für vorbildliche Klimaschutzprojekte geehrt und nun erstmalig auch für die Bemühungen um die Klimafolgenanpassung.
Anpassung der Stadt an den Klimawandel
Im Rahmen des COABS-Projekts hatten sich Stadt und Technische Universität Braunschweig (Institut für Geoökologie, Institut für nachhaltigen Städtebau) sowie zahlreiche Akteure der Stadtgesellschaft der Herausforderung angenommen, gemeinschaftlich Bausteine für eine integrierte Strategie zur Anpassung der Stadt an den Klimawandel zu erarbeiten. Das Projekt wurde im Zeitraum 2022 bis 2025 durch Mittel des Bundesumweltministeriums im Förderprogramm "Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel" gefördert und wurde von den Fachbüros Werkstadt 35 und complan Kommunalberatung begleitet.
Das Beteiligungsprojekt gliederte sich in drei Phasen: Zunächst wurden die Klimafolgen und einhergehende -gefahren für Braunschweig analysiert bzw. räumlich priorisiert. Darauf aufbauend entstanden gemeinsame Zielbilder, Leitsätze sowie ein Maßnahmenportfolio mit 33 Leitmaßnahmen zur Stärkung der kommunalen Anpassungskapazitäten in den Handlungsfeldern Wassermengenmanagement und Bodenwasserhaushalt, Mensch und Gesundheit sowie Naturschutz und Biodiversität. Abschließend wurden erste Erfahrungen zur praktischen Umsetzung in Pilotprojekten für Klimaanpassung gesammelt.
"Kleine Räume – Große Wirkung"
Hervorzuheben sind ein städtisches Pilotprojekt im Fördergebiet Soziale Stadt – Donauviertel zur klimaangepassten Sanierungsplanung eines öffentlichen Straßenraums sowie der Beteiligungsaufruf "Kleine Räume – Große Wirkung". Im Rahmen dieses Aufrufs wurden acht Projekte, die von Bürgerinnen und Bürgern, Initiativen und sozialen Einrichtungen entwickelt wurden, fachlich und finanziell bis zur Umsetzung begleitet.
Obwohl die Projektförderung inzwischen ausgelaufen ist, wirken die Ergebnisse von COABS nachhaltig fort. Sie sind Grundlage für die seit 2026 geltende gesetzliche Verpflichtung zum Aufbau eines kommunalen Klimaanpassungsmanagements. Darüber haben Netzwerkpartner in Wissenschaft und Stadtgesellschaft bereits zahlreiche Folgeaktivitäten für Klimaanpassung in Braunschweig angestoßen.
Die Begründung der Jury
Dr. Simone Podschun vom Zentrum für Klimaanpassung (ZKA) betonte in ihrer Laudatio: "COABS zeigt eindrucksvoll, wie Klimaanpassung durch gemeinschaftliches Handeln und innovative Beteiligung gelingen kann. Im Verlauf des Projekts haben sich fast 1.500 Menschen aktiv eingebracht – sei es durch Online-Umfragen, Workshops, Podiumsdiskussionen oder andere Beteiligungsformate. Wissenschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft haben gemeinsam ein Netzwerk für Klimaanpassung aufgebaut und ein gemeinsames Verständnis für die Herausforderungen des Klimawandels sowie tragfähige Strategieansätze entwickelt. Dieses Zusammenspiel macht ‚Co-Adapted Braunschweig‘ zu einem würdigen Leuchtturmprojekt."
Anna Hanusch, Dezernentin für Hochbau und Umwelt, die den Preis stellvertretend für die Stadt Braunschweig von Umweltminister Christian Meyer entgegennahm, betonte den großen Mehrwert der Ergebnisse des COABS-Projekts für Stadt und Stadtgesellschaft: "Die entwickelte Kühle-Orte-Karte ist zum Beispiel ein wertvolles Instrument welche in der kommunalen Hitzeaktionsplanung noch weiterentwickelt wird. Während der Hitzewellen der letzten Monate hat sie Bürger:innen sicherlich schon ganz konkret geholfen, kühle Orte aber auch unserer Trinkwasserbrunnen zur Erfrischung und Erholung zu finden."
Projekt lobend erwähnt
Neben dem COABS Projekt wurde ein weiteres Projekt aus Braunschweig lobend erwähnt. Die Methodik des "Projektinkubators KWP" verbindet die strategischen Grundlagen der kommunalen Wärmeplanung (KWP) mit konkreten Umsetzungsmaßnahmen für dekarbonisierte Wärmenetze in Gewerbebestandsgebieten. Durch direkte Ansprache der Gewerbetreibenden, gezielte Informationsaufbereitung und die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen wird ein praxisnaher Ansatz geschaffen, der Hemmnisse abbaut, Synergien fördert und auf andere Kommunen übertragbar ist.

