Städtisches Warnkonzept erweitert

Ab sofort wird die Bevölkerung auch über digitale Stadtinformationsanlagen gewarnt.

Im Braunschweiger Hauptbahnhof gibt es mehrere digitale Stadtinformationsanlagen. Archivbild
Im Braunschweiger Hauptbahnhof gibt es mehrere digitale Stadtinformationsanlagen. Archivbild Foto: Sina Rühland

Braunschweig. Die Braunschweiger Bevölkerung wird im Gefahrenfall ab sofort auch über digitale Stadtinformationsanlagen gewarnt. Die Stadt hat dazu eine Vereinbarung mit der Firma Ströer geschlossen, die solche Informationsanlagen in der Fußgängerzone, im Hauptbahnhof, im ECE-Center Schloss Arkaden und an Hauptverkehrswegen betreibt. Darüber berichtet die Stadt Braunschweig in einer Pressemitteilung.


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Aufgrund einer Kooperation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sind die Stadtinformationsanlagen offizielle Warnmittel mit Anbindung an das Modulare Warnsystem (MoWaS) für amtliche Warnmeldungen der Stufe 1. Durch die Kooperation der Stadt mit Ströer werden nun auch Warnmeldungen der Stufe 2 und der Stufe 3 angezeigt. Somit kann nun auf diesen Stadtinformationsanlagen in Braunschweig in allen drei Warnstufen vor unterschiedlichen Gefahrenlagen gewarnt werden. Dieser zusätzliche Service ist kostenlos für die Stadt.

Das bedeuten die einzelnen Warnstufen


Warnstufe 1: Amtliche Gefahrendurchsagen für Meldungen mit höchster Priorität (extreme Gefahr; eine Gefahr, die sich kurzfristig erheblich auf die Gesundheit, das Eigentum und/oder öffentliche Infrastrukturen auswirken kann; zum Beispiel extremes Hochwasser mit akuter Lebensgefahr.)

Warnstufe 2: Amtliche Gefahrenmitteilungen für Meldungen mit mittlerer Priorität (Gefahr; eine Gefahr, die sich auf die Gesundheit, das Eigentum und/oder öffentliche Infrastrukturen auswirken kann; zum Beispiel Starkregen in kritischen Mengen.)

Warnstufe 3: Gefahreninformationen für Meldungen mit niedriger Priorität (Gefahreninformation; eine zu erwartende oder bereits eingetretene Beeinträchtigung des normalen Tagesablaufs oder eine besondere Beobachtung; zum Beispiel Kampfmittelentschärfungen mit einigen Tagen Vorlauf.)

Wo stehen die Anlagen?


Für die Warnung stehen perspektivisch 14 Anlagen in der Fußgängerzone, elf an Hauptverkehrswegen (teilweise noch im Aufbau), zwölf im Bahnhofsbereich und die Stadtinformationsanlagen im ECE-Center Schloss Arkaden zur Verfügung. Die Anzeige auf den Medien stellt auch eine wirksame Umsetzung der Warnung im öffentlichen Bereich von Menschen mit Hörverlust dar.

Die Warnmeldungen, die auf den Medien von Ströer zu sehen sein werden, sind deutlich als Warnung der Feuerwehr gekennzeichnet und enthalten die wichtigsten Warninhalte inklusive Verhaltensempfehlungen. Entsprechende Warnmeldungen werden im Gefahrenfall innerhalb von zehn Minuten auf allen Displays im Stadtgebiet gezeigt. Bei einer Entwarnung oder dem Abbruch der Meldung läuft die Meldung noch eine Stunde weiter, gekennzeichnet mit dem Stempel "Entwarnung".

"Baustein im Warnmittelmix"


"Die Einbindung und Nutzung dieser digitalen Medien für amtliche Warnungen stellt einen wichtigen Baustein im Braunschweiger Warnmittelmix dar", sagte Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum bei einem Pressetermin am heutigen Mittwoch. Ziel dieses Warnmittelmix ist, dass im Gefahrenfall möglichst viele Personen mit einer Warnmeldung erreicht werden können. "Dafür muss auf viele Verbreitungswege gesetzt werden. Einige digitale Medien sind gut geeignet, viele Braunschweigerinnen und Braunschweiger schnell zu erreichen. Zusätzlich können speziell auch durch die großflächigen Stadtinformationsanlagen beispielsweise Pendlerinnen und Pendler oder Reisende, die im Stadtgebiet unterwegs sind, über Gefahren informiert werden", so der Oberbürgermeister.

Seit 2018 sind die digitalen Stadtinformationsanlagen von Ströer am satellitengestützten Modularen Warnsystem (MoWaS) des Bundes in das System integriert und dienen damit neben TV, Rundfunk und Warn-Apps als offizielle Warnmultiplikatoren. In Zusammenarbeit mit den Städten hat Ströer bereits vor einigen Jahren die Digitalisierung im öffentlichen Raum gestartet.


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