Tag der Niedersachsen: So viel kostet das Sicherheitskonzept

Kommendes Wochenende werden mehrere hunderttausend Besucher in Braunschweig erwartet. Um für deren Sicherheit zu sorgen, wird rund die Hälfte der Gesamtkosten veranschlagt.

von


Symbolbild
Symbolbild | Foto: Matthias Kettling

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Braunschweig. Ende der kommenden Woche findet in Braunschweig der Tag der Niedersachsen statt. Mehrere hunderttausend Besucher werden erwartet. Das bedeutet natürlich, dass in Sachen Sicherheit einiges getan und geplant werden muss. Der Veranstalter, die Braunschweig Stadtmarketing GmbH, teilt auf Anfrage mit, dass dies auch ein erheblicher Kostenfaktor ist. Auch die Polizei haben wir um eine Einschätzung gebeten.



Wie viele Besucher genau den Tag der Niedersachsen in Braunschweig vom 12. bis 14. Juni besuchen werden, kann man natürlich nicht genau vorhersagen. "Insbesondere die Wettervorhersage wird starke Auswirkungen auf die tatsächliche Besucherzahl haben. Wir erwarten aktuell ungefähr 300.000 Besucherinnen und Besucher", teilt Stephanie Horn, Pressereferentin der Braunschweig Stadtmarketing GmbH mit.

Expertenstab aus Fachdienstleistern


Um für so eine große Anzahl von Menschen für die nötige Sicherheit zu sorgen, ist einiges an Planungsarbeit nötig. "Für die Durchführung dieser komplexen Großveranstaltung wurde ein Expertenstab aus Fachdienstleistern beauftragt, der für die Veranstaltung ein umfangreiches Sicherheitskonzept nach den aktuellen rechtlichen Vorgaben und Richtlinien erarbeitet und dieses mit den Behörden abstimmt", berichtet Horn.

Die sicherheitstechnische Veranstaltungsleitung sei extern ausgeschrieben und entsprechend besetzt worden. Für die Sicherheit während der Veranstaltung seien zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Institutionen und Organisationen im Einsatz. Aus Sicherheitsgründen könne man aber keine konkreten Details zum Sicherheitskonzept veröffentlichen. Wesentliche Elemente seien unter anderem aber eine Risikoanalyse, die Publikumslenkung, ein Organisationskonzept zur Koordination der Beteiligten, ein Kommunikationskonzept, ein Sanitätskonzept, ein Verkehrskonzept und ein Zufahrtsschutzkonzept.

77 Sperrstellen werden errichtet


"Beispielsweise werden für eine sichere Veranstaltung potenziell gefährdete Zufahrtsbereiche in das Veranstaltungsgelände durch mobile und feste Fahrzeugsperren, kontrollierte Zufahrten sowie abgestimmte Sicherheitszonen geschützt", erläutert die Pressereferentin. Gleichzeitig werde sichergestellt, dass Rettungs- und Einsatzfahrzeuge jederzeit ungehinderten Zugang zum Veranstaltungsgelände erhalten. Insgesamt würden rund 77 Sperrstellen errichtet, rund 20 Stellen sollen dabei über die Veranstaltungsdauer personell besetzt werden.

Rund 50 Prozent der Gesamtkosten


Das hat natürlich alles seinen Preis. Mit voraussichtlich rund 50 Prozent der Gesamtkosten entfallen erhebliche Ausgaben auf die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen für das Landesfest. "Die genauen Gesamtkosten lassen sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht beziffern, da unter anderem noch letzte Vergaben erfolgen und kurzfristige Maßnahmen nicht auszuschließen sind. Das Veranstaltungsbudget wird im niedrigen siebenstelligen Bereich liegen, wir gehen aktuell von einer Größenordnung von knapp 3 Millionen Euro aus", so Stephanie Horn.

Finanziert wird die Veranstaltung durch Sponsorenmittel, Fördermittel vom Land Niedersachsen und Mitteln der Stadtverwaltung sowie der Braunschweig Stadtmarketing GmbH.

Eine enorme Kostensteigerung


Also etwa 1,5 Millionen Euro für die Sicherheit. Für das Stadtmarketing notwendige Ausgaben: "Ereignisse wie in Leipzig und Magdeburg haben die Notwendigkeit deutlich vor Augen geführt, ebenso wie der jüngst veröffentlichte Abschlussbericht des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt, der mit Offenlegung von Mängeln die Handhabung neu bewertet hat", heißt es auf unsere Anfrage. Die Folge seien nicht nur ein erhöhtes Schutzniveau, sondern auch enorme Kostensteigerungen für diese Leistungen, die inzwischen ein Vielfaches der ursprünglichen Schätzungen erreicht hätten.

Ein wichtiger Player in Sachen Sicherheit ist natürlich die Polizei. "Die Polizei Braunschweig steht als Kooperationspartner in Sicherheitsfragen in engem Austausch mit dem Veranstalter. Unser Fokus liegt darauf, zusammen mit dem Veranstalter und anderen beteiligten Organisationen die Sicherheit dieser Großveranstaltung und der bis zu 300.000 erwarteten Besucher zu gewährleisten", erklärt Polizeisprecher Lars Dehnert.

Mehrere hundert Polizisten


An diesem Wochenende würden deshalb unter anderem mehrere hundert Polizistinnen und Polizisten der Polizeiinspektion Braunschweig, der Zentralen Polizeidirektion (Bereitschaftspolizei) und anderen umliegenden Polizeidienststellen im Einsatz sein. "Entsprechend des mehrtägigen Einsatzes sehen wir uns insbesondere personell und logistisch vor einer besonderen Herausforderung. Dabei finden allerdings Erfahrungen aus vergangenen Großveranstaltungen in Braunschweig Berücksichtigung, so dass wir uns als gut vorbereitet sehen", betont Dehnert.

Das Sicherheitskonzept beinhalte während des Veranstaltungszeitraums auch Einschränkungen und Beeinträchtigungen für Anwohner, Besucher und Verkehrsteilnehmer. "Diese werden und wurden durch den Veranstalter rechtzeitig an alle Betroffenen kommuniziert", so Dehnert abschließend.