Umgestaltungen im Magniviertel: Weitere Maßnahmen geplant

Ein Teil der Kuhstraße soll dauerhaft autofrei bleiben. Auch in der neuen Fußgängerzone Ölschlägern soll es Änderungen geben.

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Bereits seit 2023 ist dieser Bereich des Ölschlägern Fußgängerzone. Jetzt sind weitere Maßnahmen geplant.
Bereits seit 2023 ist dieser Bereich des Ölschlägern Fußgängerzone. Jetzt sind weitere Maßnahmen geplant. | Foto: Matthias Kettling

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Braunschweig. Mehr Aufenthaltsqualität, weniger Autoverkehr: So lassen sich die bisher erfolgten Maßnahmen zur Umgestaltung im Magniviertel zusammenfassen. Bereits seit drei Jahren ist der Ölschlägern zwischen Ackerhof und Ritterstraße Fußgängerzone. Im Mai vergangenen Jahres wurde das Projekt „Grüne Welle“ in der Kuhstraße gestartet. Nun stehen weitere Maßnahmen zur Abstimmung an.



Am 9. Juni entscheidet der Ausschuss für Mobilität, Tiefbau und Auftragsvergaben über eine Beschlussvorlage der Verwaltung, in der es um die Umsetzung weiterer Maßnahmen im Rahmen des Förderprojekts „Aufwertung des Magniviertels" geht. Zentraler Punkt ist dabei die Verstetigung der "Grünen Welle" in der Kuhstraße. Der Teilbereich zwischen Ritterstraße und Mandelnstraße soll dauerhaft autofrei bleiben.

Kommunikativer Ort im Quartier


Das heute bestehende Straßenraumprofil mit einem beidseitigen Fußweg und einer nördlichen Parkbucht mit drei Auto-Stellplätzen soll zugunsten einer Mischverkehrsfläche, die vom Fuß- und Radverkehr unbegrenzt und barrierefrei genutzt werden kann, aufgelöst werden. Der kleine neue Platz soll als kommunikativer Ort im Quartier mit sozialer Funktion verstanden und zusätzlich begrünt werden, heißt es in der Beschlussvorlage. Ziel sei ein kleiner Klimatrittstein in einem Straßenzug, der ansonsten weitgehend durch versiegelte Flächen geprägt sei.

Im zentralen Bereich sollen auf beiden Seiten Sitzmöglichkeiten mit Sonnen- und Schattenplätzen angeordnet werden. Die Einfassung der neuen Pflanzbeete in Cortenstahl werde sich am Bestand der schon umgesetzten Grünelemente in der Innenstadt orientieren. Die beiden Bestandsbäume sollen integriert und durch eine stärkere Öffnung der Baumscheibe in ihrer Resilienz gestärkt werden.

Absperrlösung mit einem versenkbaren Poller


Weiterhin erforderlich sei das Durchfahren für Rettungskräfte sowie die Möglichkeit des Anleiterns der angrenzenden Wohngebäude für die Feuerwehr. Umgesetzt werden soll daher eine Absperrlösung mit einem versenkbaren Poller, der den Raum eindeutig für den Verkehr sperrt und das Durchfahrtsverbot für den Kraftfahrzeugverkehr auch physisch sichert. Dass dies erforderlich sei, habe die temporäre Zwischenlösung eindeutig gezeigt

Da der Kurvenbereich mit der Mandelnstraße angepasst werden soll, entfällt hier ein Parkplatz.
Da der Kurvenbereich mit der Mandelnstraße angepasst werden soll, entfällt hier ein Parkplatz. Foto: Matthias Kettling


Da der Kurvenverlauf mit der Mandelnstraße angepasst werden soll, entfällt im Bereich Kuhstraße 5 ein Parkplatz. Stattdessen sollen hier 18 Fahrrad-Stellplätze entstehen. Laut Verwaltung bestehe hierfür Bedarf.

Laternen werden ausgetauscht


Ein zweiter Beschlusspunkt betrifft den südlichen Teil der Kuhstraße. Hier sollen die Straßenlaternen ausgetauscht werden. Neun Kugelleuchten einschließlich Masten sollen durch historische Leuchten des Modells GICS „Wartburg“ ersetzt werden. Dies entspreche der schon weitgehend umgesetzten Beleuchtung im Magniviertel. Die Standorte bleiben unverändert.

Die Kugelleuchten sollen historisch gestalteten Laternen weichen.
Die Kugelleuchten sollen historisch gestalteten Laternen weichen. Foto: Alexander Dontscheff


Solche Laternen sollen auch in der Kuhstraße stehen. Foto: Matthias Kettling
Solche Laternen sollen auch in der Kuhstraße stehen. Foto: Matthias Kettling Foto: Matthias Kettling


Auch Änderungen im Bereich der neuen Fußgängerzone im Ölschlägern sind geplant. Vorgeschlagen werden von der Verwaltung insgesamt neun Pflanz- und Sitzelemente, die nicht individuell gefertigt werden, sondern am Markt verfügbar sind, so dass eine spätere Ergänzung gegebenenfalls möglich wäre. Im Regelfall sind jeweils einseitig Sitzbänke vorgesehen, die einen informellen Aufenthalt am Magnikirchplatz weiter fördern. Gleichzeitig sollen die schon vorhandenen Bänke auf dem Platz stärker auf der Nordseite konzentriert und von den Freisitzen der Gastronomie deutlicher getrennt werden.

Fußgängerzone besser sichtbar machen


Die Anfangs- und Endpunkte der neuen Fußgängerzone Ölschlägern nach Osten und Westen, die bisher nur durch eine Beschilderung markiert sind, sollen durch Grünelemente besetzt werden. Leicht anpassen will man zudem unter Berücksichtigung verkehrsplanerischer Aspekte den Übergang zwischen alter Fußgängerzone Am Magnitor und neuer Fußgängerzone Ölschlägern Ost. Durch die Verlängerung des Fußwegs auf der Südseite mit einem Plattenbelag über die Straße hinweg soll die Fußgängerachse eine optische Stärkung erfahren, die damit bei der Einfahrt aus der Ritterstraße besser wahrgenommen werde.

Angepasst werden soll auch die südöstliche Ecke des Magnikirchplatzes mit einer leichten Verbreiterung des Gehwegs und einer verlängerten Absenkung des Bords, die das Zusammentreffen von Fuß-, Rad- und Autoverkehr entschärfen soll. Für die Lieferverkehre der Gewerbetreibenden seien dabei ausreichende Restbreiten im Kurvenradius berücksichtigt worden.

Umsetzung im kommenden Jahr


Beabsichtigt und im Förderantrag angegeben ist die Umsetzung in 2027. Sofern dem Beschlussvorschlag gefolgt wird, könnte unverzüglich mit der Ausführungsplanung und der anschließenden Ausschreibung der Bauleistungen begonnen werden.