Vereinte Kompetenz: Städtisches Klinikum bekommt Herzklappenzentrum

Das Klinikum etabliert das erste integrierte Herzklappenzentrum in Niedersachsen. Damit sollen Patienten die modernsten und bestmöglichen Behandlungen angeboten werden.

So wie hier beim sogenannten TAVI-Verfahren steht die interdisziplinäre Zusammenarbeit im neuen Herzklappenzentrum künftig noch stärker im Vordergrund.
So wie hier beim sogenannten TAVI-Verfahren steht die interdisziplinäre Zusammenarbeit im neuen Herzklappenzentrum künftig noch stärker im Vordergrund. | Foto: Kevin Galasso

Braunschweig. Am Städtischen Klinikum Braunschweig wächst zusammen, was zusammengehört: Die Spezialisten aus Kardiologie und Herzchirurgie arbeiten ab jetzt zusammen im neu eingerichteten integrierten Herzklappenzentrum, um den Patientinnen und Patienten eine maßgeschneiderte und überregional einzigartige Versorgung zu ermöglichen. Das berichtet das Städtische Klinikum Braunschweig in einer Pressemitteilung.



„Damit können wir unseren Patientinnen und Patienten ergebnisoffen die modernsten und bestmöglichen Behandlungen anbieten”, erklärt Prof. Dr. Tibor Kempf, Chefarzt der Kardiologie. „Unsere Spezialisten aus Herzchirurgie und Kardiologie besprechen täglich die Fälle im gesamten Team und sind eng verzahnt. Diese Interdisziplinarität funktioniert nur, weil wir als Maximalversorger dafür umfassende Möglichkeiten haben.”

Eng verzahntes Zusammenspiel


Der Schritt hin zu einem zusammengefassten Herzklappenzentrum sei wichtig, denn die Behandlung von Herzklappenerkrankungen habe sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Moderne Therapiekonzepte erforderten heute weit mehr als die isolierte Betrachtung einzelner Verfahren – sie verlangten ein eng verzahntes Zusammenspiel von Kardiologie und Herzchirurgie auf höchstem Niveau. „Durch das Bündeln von Kompetenzen ergeben sich uns viel mehr Behandlungsansätze als das vielleicht in anderen Kliniken der Fall ist”, erklärt Dr. Marcel Anssar, Bereichsleiter der Herzchirurgie. „Wir können auf jeglichen Therapiebedarf unserer Patientinnen und Patienten reagieren. Und das geht nur in Kliniken, die alle Therapiemöglichkeiten unter einem Dach anbieten. Der entscheidende Unterschied liegt somit nicht im einzelnen Verfahren, sondern in der Struktur der Versorgung.”

Interdisziplinarität im Alltag


Die Zusammenarbeit des Teams beschränke sich nicht auf Konferenzen, sondern wird im klinischen Alltag gelebt – bis hin zur gemeinsamen Durchführung komplexer Eingriffe. Dies gewährleistet ein Höchstmaß an Sicherheit und erlaubt es, auch unerwartete Situationen unmittelbar und ohne Zeitverlust zu beherrschen. Ein wesentlicher Qualitätsfaktor liege darüber hinaus in der Versorgungstiefe: Am skbs erfolgt die gesamte Klappentherapie – von der differenzierten Diagnostik über die interdisziplinäre Indikationsstellung bis hin zur interventionellen oder chirurgischen Therapie – vollständig vor Ort. So entfallen Schnittstellenverluste, Verzögerungen oder Abhängigkeiten von externen Kooperationspartnern.

„Wir können uns dadurch bei unseren Entscheidungen komplett auf die medizinische Notwendigkeit fokussieren und sind nicht durch strukturelle Gegebenheiten limitiert”, berichtet Priv. Doz. Dr. Wolfgang Harringer, Chefarzt der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie am skbs.

Zusammenspiel vieler Experten


Skbs-Patienten würden davon profitieren, dass sämtliche modernen Verfahren verfügbar seien – von minimalinvasiver und endoskopischer Herzchirurgie über kathetergestützte Klappeneingriffe bis hin zu Hybridverfahren bei komplexen kombinierten Krankheitsbildern unter Nutzung modernster bildgebender Verfahren. Das Zusammenspiel vieler Experten des skbs ermögliche insbesondere in komplexen Situationen eine präzise Steuerung interventioneller Eingriffe und erweitere damit die therapeutischen Möglichkeiten erheblich.

Die wichtigsten Faktoren würden aber Fachwissen und Erfahrung bleiben: „Wir behandeln jährlich über 1.000 Fälle. Dadurch ist unser Team sehr routiniert und eingespielt”, so Prof. Dr. Kempf. „All diese Faktoren garantieren unseren Patientinnen und Patienten am Ende des Tages die bestmögliche Behandlung”, ergänzt Priv. Doz. Dr. Harringer.